Willkommen
 
GEDENKDIENST ist eine politisch unabhängige, überkonfessionelle Organisation, die sich mit den Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen auseinander setzt. Seit 1992 entsenden wir Freiwillige in Länder, in denen die Nazis und ihre Helfer_innen Verbrechen begingen, oder in denen Überlebende der Mordmaschinerie heute leben.
Die Gedenkdienstleistenden betreuen während ihres einjährigen Dienstes Jugendliche, pflegen alte Menschen oder arbeiten in Archiven und Museen. Männern wird ihr Einsatz von der Republik Österreich als Zivilersatzdienst weitestgehend finanziert, Frauen wird der Dienst aus Mitteln des Geschwister-Mezei-Fonds gefördert.
 Aktuelles
 
PA: Förderkürzungen für Gedenkdienstleistende sind zurückgenommen.
Utl.: Dennoch ist Entsendetätigkeit des Vereins GEDENKDIENST in großer
Gefahr!
(Wien) Noch vor wenigen Wochen hat das Bundesministerium für Inneres durch die Förderkürzungen versucht, dem Gedenkdienst einen finanziellen Riegel vor zu schieben. Jugendliche, die sich durch Ableisten eines Gedenkdienstes über 12 Monate im Ausland mit den nationalsozialistischen Verbrechen beschäftigen wollen, hätten sich in eine Schuldenfalle begeben müssen. „Wären die Förderkürzungen in Kraft getreten, hätte rund die Hälfte jener, die im August ihren Dienst antreten wollen und sich derzeit in Ausbildung befinden, sich ihre Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nicht leisten können! Würden sie Schulden vermeiden wollen, hätten sie ihren Dienst für die Republik nicht leisten können.“, so Adalbert Wagner, Obmann des Vereins GEDENKDIENST.
Mit der Garantie der Finanzierung von Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger Anfang März war ein klares und verbindliches politisches Wort gesprochen. Wir wurden nicht enttäuscht. Dass die Bundesregierung ein deutliches Zugeständnis zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit macht und Gedenkdienst nicht zum unterfinanzierten Elitenprojekt verkommen lässt, ist sehr erfreulich, auch wenn dies schon lange überfällig war.
Doch viele Probleme sind noch nicht gelöst. Immer noch erhalten die Trägerorganisationen keinerlei Subventionen, um Büromieten, Personalkosten oder Telefonkosten begleichen zu können. Alles Nötige, um auch in Notfällen Gedenkdienstleistende professionell betreuen zu können, ist bis heute von Spenden abhängig!
Das Gefahrenpotential des status quo zeigt sich in der aktuellen Situation: Der Verein GEDENKDIENST wird aus heutiger Sicht Ende Juni seine bisher von UnterstützerInnen mietfrei zur Verfügung gestellten Büroräume verlieren und auf der Straße stehen. Ist das der Fall, muss die Entsendetätigkeit eingestellt werden, da die professionelle Betreuung nicht garantiert werden kann. Der Verein GEDENKDIENST richtet einen Appell an die Verantwortlichen, auch die administrativen Strukturen nicht von Gutmütigkeit und Almosen abhängig zu machen.
„Wir müssen betteln gehen, um uns mit dem Holocaust und den NS-Verbrechen auseinandersetzen zu dürfen! Das ist nicht nur unangenehm, sondern gefährdet auch die sichere und professionelle Betreuung der international arbeitenden Jugendlichen. Ist es den Verantwortlichen etwa wert, die Sicherheit der Gedenkdienstleistenden in Krisenfällen wegen fehlender Unterstützung ihrer Strukturen in Österreich aufs Spiel zu setzen?“, fragt Wagner.
Rückfragehinweise: Adalbert WAGNER, Obmann Verein GEDENKDIENST, www.gedenkdienst.at
Mobil +43 650 91 24 082

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