GEDENKDIENST 1/10
 
Von den Grenzen des Mutes
In dieser Ausgabe:
- Von den Grenzen des Mutes
- "Man sollte alles tun, was man machen könne, um möglichst viele harte Urteile herbeizuführen"
- "Todesurteil vollstreckt, kein Anstand, alles glatt gegangen."
- "Der Einzelne ist nichts, die Gemeinschaft alles."
- Gedenkstättenarbeit
- Offener Brief
Diese Ausgabe im Volltextarchiv
 Editorial
 
Liebe Leserin! Lieber Leser!
In einem Offenen Brief an Parlament und Bundesregierung forderten Februar dieses Jahres 97 WissenschaftlerInnen die Unterstützung eines Antrages der Grünen um Rehabilitation der Februarkämpfer und somit Aufhebung von politischen Urteilen eines faschistischen Systems gegen seine GegnerInnen. Diese Ausgabe beleuchtet einige Aspekte der Diskussion um diesen Prozess und zeigt Hindernisse wie Argumente auf.
Der Leitartikel widmet sich einer Übersicht über die aktuelle politische Diskussion und stellt die Frage, warum trotz Einigkeit unter HistorikerInnen um die Beurteilung der Zeit zwischen 1933 und 1938, in einem kollektiven Geschichtsbild und im offiziellen politischen Umgang ein ganz anderes Bild vorherrschend zu sein scheint.
Der angesprochene Offene Brief vervollständigt das Bild der derzeitigen Initia-tive im Parlament. Einen historischen Blick auf die Standgerichte und die Verurteilung von Februarkämpfern, sowie die juristischen Grundlagen dafür wirft Florian Wenninger auf Seite 4. Fragmenthaft fügen sich dazu historische und aktuelle Quellen zur ersten Hinrichtung eines Schutzbündlers, des Schuhmachers Karl Münichreiter.
Sebastian Pumberger blickt auf das nationalsozialistische Erziehungssystem für eine neue Führungselite, die schlussendlich nur noch den Untergang des Deutschen Reiches miterleben sollte. Seinen Forschungsschwerpunkt – Napolas in Öster-reich – stellt er in einer Zusammenfassung seines Vortrages in der Geh-Denken Reihe im Depot vor. Die Arbeit an einer Gedenkstätte, zwischen Idealismus und Profession, behandelt Magdalena Neumüller in Anlehnung an die Erstellung eines Guide-Pools für die Gedenkstätte Mauthausen.
Christoph Fischer Redakteur GEDENKDIENST

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