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Ausgabe 2/99


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Mimi Grossberg

Eine Exilautorin in New York

 

Jahrzehnte hat die 1997 verstorbene Mimi Grossberg durch ihre Kreativität und Energie die österreichische Exilszene in New York geprägt. Sie war Lyrikerin, Vortragende, Herausgeberin, Organisationstalent, leidenschaftliche Dokumentaristin österreichischer Exilliteratur und Modistin mit Meisterprüfung.

Mimi Grossberg wurde 1905 in Wien geboren. In den 20-er Jahren arbeitete sie im Volksheim Ottakring und stand in Verbindung mit Alfred Adler und seinem Kreis. 1938 emigrierte sie nach New York. Die ersten Jahre der Emigration zeugen von finanzieller Not und Sorge um die in Wien zurückgelassenen Eltern. Über 150 Briefe, Postkarten und Telegramme zwischen 1938 und Ende 1941 zeugen vom verzweifelten Versuch, die Flucht der Eltern zu ermöglichen. Unter großen finanziellen Lasten gelingt es ihr, 3.000 $ (entsprach drei Jahreslöhnen!) für Kubavisa aufzutreiben, doch im November 1941 untersagten die NS-deutschen Behörden jegliche Auswanderung für Juden. 1942 wurden Mimi Grossbergs Eltern erst nach Theresienstadt, dann nach Maly Trostenc/Ukraine deportiert und vermutlich im September 1942 ermordet.

Mimi Grossberg erfuhr erst nach dem Krieg vom Schicksal ihrer Eltern. Den Horror der Jahre nach 1938, den Verlust der Eltern und der Heimat konnte sie nie vergessen, ebensowenig wie die Zeit ihrer Jugendjahre in Wien. Beides hatte sich tief in ihr Bewußtsein eingegraben. (ck)

 

 

„When the facts about Auschwitz came through'

Ourparents were sent there! Their quotas came too late . ..

Now we sit in New York

and we sleep in a bed

and we are the strängest beings.

We live just like other people do.

We work, we laugh -

we go to movies.

We have nice living rooms -

music and books

and friends, yes, friends we have too.

We discuss politics, like you.

We know much more

about the damned thing.

We drink and eat

your marvellous food

and, shame, our throats let it through.

But there is one thing we must not pursue

that's the „if and the „how" -

were they gassed?

How long did they suffer??

Don't talk - l got mad -

how can this - how can this be true???

For We are their children -not strangers - see? Our bodies are safe but our minds are free and cannot be stopped to our last breath from conjuring up their hour of death . .