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Ausgabe 3/99


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Telegramm

Forschung im 21. Jh.

 

Das „Center for Advanced Holocaust Studies", ein Department des United States Holocaust Memorial Museum, ist gerade dabei, eine lang geplante Konfe­renz in die Tat umzusetzen. Unter dem Titel „Holocaust Research and Holo­caust Studies in the 21 st Century" wer­den vom 13. bis 15. Dezember 1999 über 100 Holocaust-Forscherinnen in Washington erwartet. Die Konferenz ermöglicht einer neuen Generation von Holocaust-Forscherinnen, ihre Ergeb­nisse zu präsentieren und bietet die Ge­legenheit, mit führenden Akademikerin­nen in diesem Feld Erfahrungen auszu­tauschen. Es sollen der aktuelle Stand der Holocaust Studien untersucht und neue Forschungsgebiete identifiziert werden. So könnte ein ideales Forum für neue Forschungsaufgaben und inter­disziplinäre Ansätze entstehen.

Eine der Aufgaben des Gedenk-dienstleistenden Roman Kopetzky be­steht darin, potentielle Interessentinnen zu kontaktieren und Präsentation und Werbung für die Konferenz zu koordi­nieren und umzusetzen. Mitte Oktober wurden die ersten Einladungen vom Museum versandt. Interessentinnen können sich melden unter: rkopetzky@ushmm. org subject: CAHS Conference

 

Zeitgeschichte ohne Zukunft

 

Mit einer der politischen Lage Öster­reichs entsprechenden Ignoranz sehen die Innsbrucker Zeithistorikerinnen ihr Institut an der Tiroler Universität behan­delt, sollte dieses im Zuge des UOG 1993 an das Institut für Geschichte an­gegliedert werden. Der Senat der Uni­versität sieht für die geisteswissen­schaftliche Fakultät eine institutionelle Einsparung von 20 % vor. Er will diese und eine gleichzeitige Steigerung der

Effizienz durch die Zusammenlegung von Instituten erreichen. Alle Abteilun­gen, die über weniger als zwei Profes­suren und vier Assistentinnen verfügen, sind von dieser „Reform" betroffen.

Für den Institutsvorstand Prof. Rolf Steininger bedeuten diese Maßnahmen das Aus für die zeitgeschichtliche For­schung in Innsbruck. Er vermutet hinter den Maßnahmen auch lokalpolitische Einflüsse und Interessen. Das seit 1984 bestehende Institut gilt als eines der in­ternational renommiertesten und gleich­zeitig als eines der kritischsten Institute der Universität, das in den letzten Jah­ren durch zahlreiche Publikationen zu den Themen Nationalsozialismus, Ju­dentum und Südtirol immer wieder öf­fentliches Interesse auf sich zog. Auch GEDENKDIENST würde mit dem Insti­tut einen wichtigen Ansprechpartner verlieren, sollte es zu einem Zusam-menschluss der Institute kommen und Steiniger daraus wie angekündigt die Konsequenz zieht, keine zeithistorische Forschung mehr zu betreiben. (PS)

 

 

Feedback-Wochenende

Zum Abschluß ihres Auslandseinsat­zes wurden die Gedenkdienstleistenden des Jahrgangs 1998/99 von 15. bis 17.Oktober zu einem Feedbackwochen­ende nach Haselbach bei Weiz (Steier-mark) eingeladen.

Ziel dieses Wochenendes war es, Er­fahrungen während des 14-monatigen Gedenkdienstes auszutauschen und einer kritischen Analyse zu unterziehen. Erfahrungen der Gedenkdienstleisten­den bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit des Vereins. Über die Möglichkeiten eines weiteren Enga­gements der Gedenkdienstleistenden des Jahrgangs 1998/99 wurde disku­tiert. (SZ)

 

Ausstellungseröffnung

 

Am 23. September 1999 wurde in der litauischen Hauptstadt Vilnius die Anne Frank Ausstellung offiziell vom litaui­schen Parlamentspräsidenten Vytautas Landsbergis eröffnet. Neben zahlrei­chen Parlamentariern nahmen an der Eröffnung auch die Botschafter Deutschlands und der Niederlande, Ver-teter des Anne Frank Hauses, der Vor­sitzende der jüdischen Gemeinde Litau­ens, die Mitglieder der Jüdischen Ge­meinde in Vilnius und GEDENKDIENST teil. Besondere Anerkennung bekamen dabei die beiden Gedenkdienstleisten-den Wolfhart Freinbichler und Norbert Hinterleitner, die seit über einem Jahr an der Konzeption und Durchführung der Ausstellungstournee maßgeblich beteiligt waren.

Studienfahrt nach Tschechien

 

Bereits zum dritten Mal veranstaltete GEDENKDIENST eine viertägige Studi­enfahrt für Interessentinnen in das ehe­malige Ghetto Theresienstadt in Tsche­chien. Erstmals hatten die 43 Teilneh­merinnen die Möglichkeit, sich in Ar­beitsgruppen mit speziellen Themen (z. B. Kunst und Kultur im Ghetto, Pro­paganda, jüdische Selbstverwaltung, österreichische Täterinnen...) ausein­anderzusetzen und die Ergebnisse der Gruppe zu präsentieren. (SK/SZ)