AuslandseinsatzHolocaust-EducationStudienfahrtenVereinLinks
Ausgabe 1/00


2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998

GEDENKDIENST in Warschau

1946 gegründet, befindet sich das Jüdische Historische Institut (Zydowski Instytut Historyczny) im Gebäude der ehem. Judaistischen Bibliothek der Warschauer Universität und ist eine der wichtigsten Institutionen zur Erforschung der Geschichte der Juden in Osteuropa.

Es beherbergt u. a. das „Ringelblum-Archiv“, das im Warschauer Ghetto gegründet und, damals in Milchkannen versteckt, fast vollständig erhalten ist. Weiterer wichtiger Teil des Archives ist eine umfangreiche Sammlung von Überlebendenberichten. Im Archiv befinden sich Akten vieler jüdischer Gemeinden, Briefwechsel des American Joint Distribution Committee, der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe, eine Sammlung von Gemälden und Zeichnungen sowohl aus dem Warschauer Ghetto als auch aus der Zeit vor der NS-Besatzung, zahlreiche rituelle Gegenstände und Skulpturen.

 

Ab April d. J. werden nach langen Renovierungsarbeiten die Exponate in Form einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Dauerausstellung über das Warschauer Ghetto wird demnächst wieder eröffnet.

Regelmäßig erscheint ein Bulletin mit wissenschaftlichen Arbeiten der Mitarbeiter des Instituts. Am Institut werden abends Hebräischkurse angeboten, wöchentliche wissenschaftliche Sitzungen bieten Historikern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen.

Die Dokumentationsabteilung befasst sich mit der Sammlung und Katalogisierung von Foto- und Filmmaterial, die einerseits über materielle Spuren jüdischer Kultur in Polen und andererseits über die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Zeugnis ablegen. Diese Abteilung und das Archiv sind mein unmittelbarer Arbeitsbereich als Gedenkdienstleistender: Im Archiv beschäftige ich mich u. a. mit der Erstellung einer zweisprachigen Inventur der Breslauer Gemeindeakten, Übersetzungen von deutschsprachigen Dokumenten ins Polnische und betreue die deutsch- und englischsprachige Korrespondenz. In vereinzelten Fällen stehe ich Archivbenützern zur Seite. In der Dokumentationsabteilung übersetze ich deutschsprachige Dokumentar- und Spielfilme über den Holocaust ins Polnische und fertige Karteien sowie Inhaltsangaben an. Im Zuge der Ausstellungseröffnung werden wieder mehr Besucher erwartet. So werde ich einem Mitarbeiter des Instituts mit Übersetzungen bei Führungen durch das ehemalige Warschauer Getto assistieren.

Zeitzeugengespräche, Filme und Diskussionen bieten über die Dienstzeit hinaus die Möglichkeit, sich mit der Thematik des Holocaust zu beschäftigen.

 

(cs)