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Ausgabe 1/00


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Telegramm

Was ist los in Österreich?

 

Interessiert bis resignierend sind die Reaktionen zur Situation in Österreich in den Gedenkdienststellen am Leo Baeck Institute in New York und am US Holocaust Memorial Museum in Washington. Die Aufmerksamkeit, die dem Land seit der Regierungsbildung entgegengebracht wird, ist jedenfalls hoch und die Bitten um Stellungnahmen der Gedenkdienstleistenden sind zahlreich.

Vor allem unter den EmigrantInnen sind Besorgnis und Ärger groß. „Das Land ist wunderschön, aber die Leute haben nicht allzuviel dazugelernt“, antwortet die 84-jährige Helen A. auf die Frage nach ihrem heutigen Verhältnis zu Österreich. Durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ fühlt sie sich in ihrer Ansicht bestätigt. „Damals hat es genauso angefangen“, ist der Kommentar vieler Vertriebener. Hans G., der seit über 40 Jahren trotz des latent zu spürenden Antisemitismus die Sommermonate in seiner ehemaligen Heimat verbringt, stornierte aus aktuellem Anlass seine Hotelreservierung. Zuletzt tat er das 1986 nach der Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten.

(rw)

 

 

Im Interesse Ungarns

 

Im November 1999 wurde die Ungarische Auschwitzstiftung MAA in eine

öffentliche Stiftung umgewandelt. Der Entschluss des Kultusministers József Hámori bedeutet nicht nur finanzielle Hilfestellung für die 1990 aus einer Bürgerinitiative entstandene MAA, die sich die umfassende wissenschaftliche Erforschung des ungarischen Holocaust durch das ihr unterstehende Holocaust Dokumentationszentrum zum Ziel gesetzt hat. Es ist ein offizielles Zeichen, dass der Holocaust nicht nur eine Angelegenheit der jüdischen, sondern der ungarischen Geschichte ist. Geplant ist die Errichtung eines Museums und eines Dokumentations- und Fortbildungszentrums in der Synagoge in der Páva utca, unter Leitung der MAA.

(rw)

 

 

"Damit all diese Spuren..."

 

„Damit all diese Spuren nicht verschwinden“ zeigt Arbeit und Leben des Gedenkdienstleistenden Christian Selinger am Jüdischen Historischen

Institut in Warschau. Der Film entstand auf Anregung des Österreichischen Kulturinstituts in Warschau in Zusammenarbeit mit dem Verein

Gedenkdienst. Gestaltet wurde er von Niko Mayr (Kamera, Student der Filmhochschule Wien), Sebastian Markt (Student am Institut für Geschichte,

Universität Wien) und Susanne Gutenberger (Schnitt).

Filmverleih: 01/581 04 90

(rw)

 

 

Next Generation

 

Ausbildung und Vorbereitung der Gedenkdienstleistenden ist Schwerpunkt der Arbeit von Gedenkdienst. Mitte Februar kam es zu einem Zusammentreffen aller Gedenkdienstleistenden, die am 15. Juli 2000 ihren Dienst antreten werden. Das Wochenende diente dem besseren Kennenlernen, weiters wurden Aspekte österreichischer Zeitgeschichte diskutiert. In drei Arbeitsgruppen zu den Themen „NS-Affären der Zweiten Republik“, „Wiedergutmachung in Österreich“ und „Euthanasieanstalt Schloss Hartheim“ wurden selbständig Inhalte erarbeitet und präsentiert.

Marco Feingold, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg, war als Zeitzeuge zu Gast und stand für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Ebensee sowie der Erfahrungsaustausch mit dem Zivildienstleistenden des Widerstandsmuseums Ebensee bildeten den Abschluss.

(sk)

 

 

GD im Deutschen Bundestag

 

Aus Anlass des Deutschen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.Januar 2000 lud der Deutsche Bundestag verschiedene europäische Initiativen zu einem gemeinsamen Austausch nach Berlin ein. Das Programm umfasste neben Projektpräsentationen eine historische Stadtführung zu Stätten der national-sozialistischen Gewaltherrschaft in Berlin sowie die Möglichkeit zur Begegnung mit Holocaust-Überlebenden. Christian Klösch und Sascha Kellner von Gedenkdienst konnten erstmals den in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturinstitut in Warschau produzierten Film „Damit all diese Spuren nicht verschwinden“ zeigen, der die Arbeit des Gedenkdienstleistenden Christian Selinger am Jüdisch-Historischen Institut in Warschau dokumentiert. Die Teilnahme an der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag mit einer Rede des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel war Abschluss und zugleich Höhepunkt des dreitägigen Erfahrungsaustausches.

(sk)