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Ausgabe 3/00


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Telegramm

In memoriam Lena Gitter

 

Lena Gitter, eine große Unterstützerin von GEDENKDIENST, ist Mitte

September im 96. Lebensjahr in

Washington verstorben. Sie war Mentorin für alle Gedenkdienstleistenden, die am US Holocaust Museum in Washington ihren Dienst leisteten.

Lena Gitter wurde 1905 in Wien geboren, bis 1938 unterrichtete sie in Wien als Montessori Lehrerin bevor sie in die USA fliehen musste. Noch im Frühjahr dieses Jahres war sie anlässlich der Eröffnung der Lena-Gitter-Stiftung in

Wien. Dabei übergab sie der Pädagogischen Akademie in Wien ihr gesamtes Montessori-Lehrmaterial, damit, wie sie es formulierte, „ihr Lebensmaterial dorthin zurückkehre, wo ich meine Kindheit verbrachte.“

Ihre Energie und ihre Lebensweisheit werden allen in unvergesslicher

Erinnerung bleiben, die Gelegenheit hatten, Lena Gitter persönlich kennen zu lernen.

(Sascha Kellner)

 

 

News aus Buenos Aires

 

Im Juli dieses Jahres entsandte GEDENKDIENST zum dritten Mal

zwei Mitarbeiter zur Fundación Memoria del Holocausto in Buenos Aires in

Argentinien.

Seit 1998 unterstützen die Gedenkdienstleistenden die Fundacion bei ihren Aufgaben. So hilft Oliver Kühschelm vertriebenen ÖsterreicherInnen bei Behördengängen, Anträgen bezüglich Wiedergutmachung und diversen Korrespondenzen. Aufgrund seiner Englischkenntnisse hält er den Schriftkontakt zur Claims Conference und beugt so Missverständnissen vor, die manchmal in der etwas anderen Arbeitsweise Südamerikas nicht

auszuschließen wären. Des weiteren bemüht sich Oliver

Kühschelm darum, in ein Projekt der Fundacion unter Leitung des Historikers Abram Huberman eingebunden zu werden, bei dem Video-Interviews von österreichischen Holocaust-Überlebenden erstellt werden sollen.

Ab September 2000 wird in der Fundacion die Anne-Frank-Ausstellung gezeigt. Für Führungen und laufende Betreuung der Ausstellung werden

120 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren als „guías“ (AusstellungsbegleiterInnen) ausgebildet. Die Verantwortung dafür hat Jochen Planer übernommen. Er besucht die Schulen, stellt das Projekt vor und versucht, Leute dafür zu gewinnen. Die Ausbildung erfolgt in theoretischen und praktischen Einheiten, wobei Oliver Kühschelm voraussichtlich die Aufgabe der historischen Wissensvermittlung übernehmen wird.

(Martina Kolanoski)

 

 

Feedback-Seminar 2000

 

Am 14. September 2000 endete für 21 Gedenkdienstleistende ihr

14-monatiges Engagement an einer Holocaust-Gedenkstätte. Zum Ausklang der aktiven Zeit bei GEDENKDIENST und zur gemeinsamen Reflexion des

Erlebten lädt der Verein GEDENKDIENST Mitte Oktober zu einem

Feedback-Wochenende nach Weiz in die Steiermark ein.

Unter Leitung eines Moderators werden gemeinsam der Alltag, aber auch die Höhen und die Tiefen eines GEDENKDIENST-Einsatzes diskutiert. Neben der Evaluierung der Dienstzeit wird auch genügend Zeit sein, alte Freundschaften zu pflegen und Pläne für neue Projekte zu entwerfen.

(Sascha Kellner)

 

 

Lettland: Theaterprojekt

 

Die Ausstellung des Anne Frank Hauses in Amsterdam – „Anne Frank – Eine Geschichte für Heute“ – die bis jetzt in mehr als 30 Ländern zu sehen war, wird seit Sommer 1999 auch in Lettland gezeigt.

Um die Idee zu verwirklichen, ein Theaterstück als jeweilige Eröffnungsvorstellung zur Ausstellung  aufführen zu können, fuhren die beiden Gedenkdienstleistenden des Anne Frank Hauses, Stefan Rotter und Niko Mayr, am 25. Juli dieses Jahres von Amsterdam nach Lettland. In einem Landhaus ungefähr 100 km südlich der Stadt Riga studierte eine gemischte Gruppe aus russischen und lettischen Jugendlichen unter Leitung einer britischen Regisseurin innerhalb zweier Wochen das Stück „And then they came for me“ ein. Die Aufgabe der beiden Gedenkdienstleistende war die Organisation dieses Workshops vor Ort; zusätzlich wurde das Projekt von Niko Mayr auf Video festgehalten, um es in Form eines Filmes präsentieren zu können.

Der zweite Teil der Reise brachte die beiden Österreicher nach Rußland, wo vorbereitende Gespräche Türen für eine mögliche Anne-Frank-Ausstellung in Rußland eröffnen sollten. Die Gespräche verliefen positiv, Fördermittel wurden bewilligt. Ob es aber tatsächlich zu Ausstellungen in Rußland kommt, wird sich erst im Verlauf der nächsten Monate zeigen.

Auf ihrer Rückfahrt via Lettland konnten die Gedenkdienstleistenden die Premiere des Theaterstücks zusammen mit der Eröffnung der Ausstellung in Daugavpils erleben, die ein großer Erfolg war. Vor allem für die Jugendlichen war es eine gute Erfahrung zu sehen, wie sie das Publikum durch ihre ehrliche und ernsthafte Arbeit begeistern konnten.

Martina Kolanoski)