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Ausgabe 4/00


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NS-Zwangsarbeit – inmitten der Gesellschaft, in voller Öffentlichkeit

Mit dem sogenannten „Ausländereinsatz“ wurde vorweggenommen, was das Ziel der Politik der Nationalsozialisten war: die Schaffung einer nach rassistischen Kriterien hierarchisierten Gesellschaft in Europa. Der Einsatz von zivilen AusländerInnen, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen erfolgte inmitten der Gesellschaft und mit voller Öffentlichkeit. Die Praktizierung des Rassismus wurde, wie schon Ulrich Herbert feststellte, zur täglichen Gewohnheit, zum Alltag, ohne dass sich der einzelne daran notwendigerweise in Form aktiver Diskriminierung oder Unterdrückung beteiligen musste.(1) Insgesamt war die Zwangsarbeit im Sinne der NS-Machthaber ein Erfolg: Ein funktionierendes rassistisches System ermöglichte es, die notwendige kriegswirtschaftliche Produktion trotz Einberufung eines großen Teils der inländischen Männer zur Wehrmacht nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern sogar noch auszuweiten. Die Zustimmung zu diesem Konzept bzw.

seine Duldung durch die inländische Bevölkerung stellte in diesem Zusammenhang einen nicht unbedeutenden Faktor dar.

 

(1) Ulrich Herbert: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Berlin/Bonn 1985, S. 358.