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Ausgabe 3/01


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Telegramm

Frauen leisten Gedenkdienst

 

Der Verein Gedenkdienst bietet nun auch die Möglichkeit, den Gedenkdienst als EVS-Freiwilliger zu absolvieren.

Das European Voluntary Service (EVS), ein von der EU-kofinanziertes Jugendaustausch-Programm, wendet sich an 18- bis 25-Jährige, die sich in einem anderen EU-Land für ein Projekt ihres Interesses engagieren und Erfahrungen sammeln möchten.

Heuer bot Gedenkdienst erstmals offiziell drei EVS-Stellen für Frauen und nicht-zivildienstpflichtige Männer an: Das Anne-Frank-Zentrum und Aktion Sühnezeichen in Berlin, und die Anne-Frank-Jugendbegegnungsstätte in Frankfurt am Main.

Im September trat die 18-jährige Katharina Racek, die gerade ihre Matura absolviert hat, ihre einjährige Stelle in Berlin an. Sie wird dort jugendliche Besuchergruppen der Anne-Frank-Ausstellung betreuen und die Wanderausstellung „Anne Frank – Eine Geschichte für heute“ mitkoordinieren.

Die 23-jährige Johanna Moser hat nach drei Jahren ihr Architektur Studium abgebrochen und begab sich nach Frankfurt, um dort ebenfalls für ein Jahr mit Jugendlichen zu arbeiten.

Sie wird mit ihnen Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Zivilcourage und Nationalsozialismus bearbeiten.

Nebenbei steht noch Büroarbeit bei beiden auf dem Arbeitsplan.

Vor ihnen haben bereits drei Frauen Gedenkdienst in Israel, Kanada und Litauen geleistet. Sie mussten sich ihren Gedenkdienst finanziell allerdings selbst organisieren.

 

(ckö)

 

 

Fortschritte bei "Austrian Heritage Collection"

 

Die Gedenkdienstleistenden am Leo Baeck Institute in New York nehmen im Rahmen des seit 1996 bestehenden Projekts „Austrian Heritage Collection“ Kontakt mit österreichischen EmigrantInnen auf.

Anfängliche Befürchtungen, daß die Terroranschläge negative Auswirkungen auf die Rücklaufquote haben könnten (durch den Umstand, daß das Desaster soviel als unbedeutend erscheinen läßt, als auch dadurch, daß bei einigen Vertriebenen mögliche Traumatisierungen aus der Nazizeit wieder stärker hervorbrechen) scheinen sich nicht bewahrheitet zu haben.

In den letzten Monaten wurden EmigrantInnen der Geburtsjahrgänge 1919 und 1920 in den Bundesstaaten Kalifornien und Florida, 1916 bis 1920 in New Jersey, sowie 1920 in New York angeschrieben.

Mit der Kontaktierung der betreffenden Menschen in diesen vier größten Emigrationsbundesstaaten ist es nun gelungen, die Kontaktierung aller EmigrantInnen des Geburtsjahrganges 1920 und älter in den gesamten Vereinigten Staaten abzuschließen.

 

(ckö)

 

Gegen das Vergessen

 

Das Institut Theresienstädter Initiative wurde nach der Wende 1989/90 von Überlebenden des KZ Theresienstadt gegründet. Ziel war es, die Geschichte des Ortes Theresienstadt und das Schicksal der Personen die dort inhaftiert waren, zu dokumentieren und somit dem Vergessen entgegenzusteuern das während des Kommunismus Einzug hielt: Ermordeten und Vertriebenen wurde höchstens als „Genossen“ gedacht, die im Kampf für kommunistische Werte gefallen waren, nie jedoch als Juden.

Im Zuge ihrer Arbeit gibt das Institut die „Theresienstädter Studien und Dokumente“ sowie Gedenkbücher heraus. Mit duesen wird neben historischer Forschung versucht, den Opfern des Holocaust einen symbolischen Grabstein zu setzen. Viele von ihnen werden in diesen Werken zum ersten Mal mit ihrem Schicksal erwähnt. Da dabei nicht nur die Ermordeten, sondern auch die Überlebenden erfasst werden und diese Bücher von der Claims Conference als Dokumente anerkannt werden, können Überlebende allein mit ihrem Eintrag zeigen, daß sie Opfer des Holocaust sind und müssen nicht mehr mühevoll beweisen, daß sie tatsächlich anspruchberechtigt sind. An diesen Projekten arbeiten zur Zeit etwa zehn Personen, darunter zwei Gedenkdienstleistende.

 

(ckö)

 

Ausstellung "Zehn Jahre GEDENKDIENST"

 

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins Gedenkdienst entsteht derzeit eine Ausstellung, die auf der nächsten Mai-Tagung erstmals gezeigt werden wird.

Anhand von Bild-Text-Tafeln werden die Geschichte von Gedenkdienst und wichtige Eckdaten der österreichischen Zeitgeschichte in ihrer Beziehung zu Gedenkdienst dokumentiert werden.

Neben einem kurzen Abriß der österreichischen Zeitgeschichte mit einem Schwerpunkt auf den Jahren 1992-2001 soll die Ausstellung eine kurze Übersicht der gesellschaftspolitischen Verhältnisse, die für die Gründung von Gedenkdienst ausschlaggebend waren, bieten.

Politik wird im Kontext der Aktivitäten von Gedenkdienst gezeigt.

Darüber hinaus wird Auskunft über das jährliche Vereinsgeschehen gegeben und werden alle achtzehn Einsatzstellen mithilfe von Projekten vorgestellt, an denen Gedenkdiener und Gedenkdienst maßgeblich beteiligt waren.

Ergänzt wird die Information durch persönliche Stellungnahmen ehemaliger Gedenkdiener.

 

(fhu)