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Ausgabe 1/03


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Telegramm

Karl Stojka gestorben

 

 

Am 10.04.2003 starb nach langer, schwerer Krankheit der Autor und Maler Prof. Karl Stojka im Alter von 71 Jahren in Wien. Karl Stojka wurde 1943 als 12-jähriges Kind gemeinsam mit anderen Mitgliedern seiner Roma-Familie ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und später weiter in die Lager Buchenwald und Flossenbürg deportiert. Nach dem Krieg gelang es Karl Stojka sich in Wien als Teppichhändler zu etablieren. Vor wenigen Jahren begann Karl Stojka zu malen und sich dabei mit Kultur und Lebensweise der Roma und seinen persönlichen Erlebnissen in den Konzentrationslagern auseinanderzusetzen. Immer wieder trat er vor allem vor jungen Menschen als Zeitzeuge in Erscheinung, damit „es nicht wieder passiert“. Ein Engagement , das sich auch anhand seiner Autobiographie nachvollziehen lässt, die 1994 unter dem Titel „Auf der ganzen Welt zuhause“ erschien. Stojka erzählt darin von der Kindheit im Wohnwagen, der Jugend im KZ und seinen Erfahrungen auf Reisen und im Nachkriegsösterreich.

 

 

Nicht nur mit diesem Buch, sondern auch der nachfolgenden Publikation „Mein Name im 3.Reich: Z-5742“, das unter anderem 200 erst kürzlich aufgefundene Fotos von Roma aus NS-Akten zeigt, schaffte es Prof. Karl Stojka den während des Dritten Reiches an den Roma begangenen Völkermord ins Gedächtnis einer breiteren Bevölkerungsschicht zu rufen.

 

 

Zweifellos ist es ihm dadurch gelungen, jungen Menschen zu einer stärkeren Sensibilisierung für Kultur und Geschichte der Roma zu verhelfen und sie so bei ihrem Bemühen um die Anliegen der in Österreich lebenden Minderheiten zu unterstützen.

 

 

Florian Huber, Vorstandsmitglied von GEDENKDIENST

 

 

Studienfahrt nach Auschwitz

 

 

Fast schon zur Tradition geworden, veranstaltete GEDENKDIENST auch dieses Jahr wieder eine Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau. Für die 20 Teilnehmer stand am Programm:

 

Führung durch das Stammlager - Rundgang durch Birkenau

Zeitzeugengespräch mit Kazimerz Smolen (Auschwitzüberlebender und langjähriger Direktor des Museums / Gedenkstätte Auschwitz/Birkenau)

Workshops zu den Themen: “Länderausstellungen”, “Monowitz: Verstrickung der deutschen Industrie in die Ausbeutung der Häftlinge”, “Auschwitz - eine ganz normale Stadt?”

Besuch der Ausstellung „Gezeichnete Worte, gesprochene Worte“ von Marina Kolodzieja

Stadtrundgang – Besuch des Jüdischen Zentrums und des jüdischen Friedhofs

Krakau, mit Führung durch die Altstadt, durch Kazimerz und durch Podgorze (ehemaliges Ghetto)

Neben den Programmpunkten blieb (hoffentlich) genügend Zeit sich zu regenerieren, in den Feedbackrunden das Gesehene zu reflektieren und sich einander besser kennen zu lernen.

 

Da einige Teilnehmer schon vorher an der Gedenkstätte besucht hatten, standen bei dei den Diskussionen vor allem Fragen der Authentizität und Instrumentalisierung des Symbols Auschwitz im Mittelpunkt.

 

Für viele Teilnehmer stellte die Studienfahrt auch den Startpunkt für die Intensivvorbereitung auf den eigen Gedenkdienst dar. Der Tag in Krakau ergänzte das Programm, indem er Zeit gab die Zeugnisse der 800-jährigen Geschichte des Judentums in Polen zu besichtigen.

 

 

Anton Sebanz, Gedenkdienstleistender am Jüdischen Historischen Institut, Warschau