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Geschichte von GEDENKDIENST

GEDENKDIENST wurde im September 1992 gegründet. Die Affäre um den ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim und die Diskussion rund um das "Gedenk- und Bedenkjahr 1988" haben in der österreichischen Öffentlichkeit zu einer intensiven Auseinandersetzung um die Rolle Österreichs während der Zeit des Nationalsozialismus geführt und Initiativen wie GEDENKDIENST ermöglicht.

 

Seit der Gründung leisteten Hunderte junge Österreicher_innen (vor allem zivildienstpflichtige Männer) Gedenkdienst an Holocaust-Gedenk- und -Forschungsstätten (in Theresienstadt, Yad Vashem, Anne Frank-Haus, U.S. Holocaust Memorial Museum, etc.), an Stätten der Begegnung (Internationale Jugendbegnungsstätte in Oswiecim, Auschwitz) sowie in sozialen Einrichtungen, die im Kontext der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zu sehen sind (Anita Müller Cohen Elternheim in Tel Aviv).

 

Mit ihrem Einsatz, dem jeweils eine intensive Vorbereitungszeit vorausging, und dem in vielen Fällen eine nachhaltige, jahrelange Auseinandersetzung und Verbundenheit mit dem Thema folgte, haben sich die Gedenkdienstleistenden nicht nur ihren eigenen Zugang im Umgang mit der ihnen vererbten österreichischen nationalsozialistischen Vergangenheit erarbeitet. Als Angehörige der dritten und vierten Generation haben sie eine Alternative geschaffen, die es ermöglicht, die österreichische Gesellschaft in ihrer Gesamtheit ohne Ausblendung ihrer dunklen Seiten anzunehmen. Zudem haben Gedenkdienstleistende einen Dialog mit den verfolgten und aus Österreich vertriebenen Überlebenden des Holocaust begonnen.

 

Auf dieser breiten wie kontinuierlichen Ebene ist das so entstandene informelle Dialogforum einzigartig und durchaus beispielgebend für Gleichaltrige wie auch für nachfolgende Generationen der österreichischen Gesellschaft. Auch für die innere wie äußere Wahrnehmung der österreichischen Identität spielt GEDENKDIENST eine zentrale Rolle, aufgrund der Modellwirkung und der aufklärerischen Tätigkeit, der sich Gedenkdienstleistende zunehmend innerhalb Österreichs widmen.

 

Gedenkdienst bezeichnet sowohl die Arbeit des_der einzelnen Zivildienstpflichtigen bzw. Freiwilligen an der jeweiligen Einsatzstelle als auch einen (ursprünglich: den) Verein, der diese Aktivitäten als sog. Träger_innenorganisation organisiert und koordiniert. Seit 1992 hat sich diese Wortschöpfung als Sammelbegriff für die Tätigkeit von mittlerweile insgesamt drei Träger_innenorganisationen durchgesetzt und wird sowohl von diesen als auch vom Fachressort für Zivildienstangelegenheiten, dem Bundesministerium für Inneres, entsprechend verwendet.

 

In dieser Hinsicht dient der Terminus zur Abgrenzung von den Bereichen Friedensdienst und Sozialdienst, in denen ebenfalls die Leistung eines Zivilersatzdienstes im Ausland möglich ist. In der Zivildienstgesetz-Novelle 1997 wurde der Dienst in Einrichtungen zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus (Gedenkdienst) auch gesetzlich verankert.

 

Der Verein GEDENKDIENST organisiert Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Seminare zu Schwerpunktthemen sowie Studienfahrten zu Gedenkstätten. Seine Mitarbeiter_innen sind an 18 Holocaust-Gedenk- und Forschungsstätten im Ausland tätig. Ihre Aufgaben umfassen z.B. die Vorbereitung von Tagungen, die Mitarbeit an wissenschaftlichen Publikationen, Archivarbeit oder die Kontaktaufnahme mit Überlebenden aus Österreich.

 

GEDENKDIENST setzt damit in mittlerweile 14 Ländern ein klares Zeichen der Mitverantwortung Österreichs am Holocaust. Die Zielsetzungen des Gedenkdienstes werden von den beiden übrigen Träger_innenvereinen im Wesentlichen geteilt: vom Verein für "Dienste im Ausland" (1998 von Dr.Andreas Maislinger nach seinem Ausscheiden aus dem Pionierverein GEDENKDIENST gegründet) sowie dem 1994 gegründeten und vom Österreichischen Gewerkschaftsbund getragenen Verein "Niemals Vergessen".