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Ausgabe 1a/07


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Robert Rosner, Initiator des Tauber Fonds

Geboren 1924 in Wien, wurde Robert Rosner 1938 wegen seiner jüdischen Herkunft vom Besuch des Gymnasiums Albertgasse ausgeschlossen. Kurz danach brachte ihn ein Kindertransport nach England, wo er zunächst als Hilfsarbeiter arbeitete. Als Deutschland 1940 Frankreich im Blitzkrieg überrollte, wurde Rosner als „enemy alien“ in ein Internierungslager gesperrt. Diese Maßnahme der englischen Kriegsregierung traf alle männlichen Personen mit österreichischer oder deutscher  taatsbürgerschaft, die das 16. Lebensjahr vollendet hatten, ohne Rücksicht auf ihren Flüchtlingsstatus.

Der junge Rosner empfand das als nicht allzu schlimm, denn im Lager kümmerten sich Lehrer und Professoren um die Jugendlichen und ihre Ausbildung. Bald darauf wurden die Jugendlichen unter 18 Jahren wieder entlassen und Rosner arbeitete wie zuvor als Hilfsarbeiter. Er machte einen Kurs zum Dreher und war schließlich Metallarbeiter. In Abendkursen und an den Wochenenden bildete er sich weiter. 1942 absolvierte er eine Prüfung vergleichbar unserer Matura. Robert Rosner konnte 1947 in Wien im späten Alter von 23 Jahren mit dem Studium der Chemie beginnen, nachdem er 1946, inzwischen verheiratet, aus England zurückgekommen war.

An der Universität lernte er Robert Tauber kennen. Dieser hatte 1938 sein Studium nicht abschließen können und schrieb erst nach der Rückkehr aus Shanghai seine Dissertation. Tauber verschaffte seinem jüngeren Kollegen einen Studentenjob in der Firma, in der er selbst arbeitete. Der Betrieb stellte Chemikalien her, die für Analysen in der Forschung benötigt wurden. Tauber übernahm schließlich die Geschäftsführung und der nun ebenfalls promovierte Robert Rosner wurde als Chemiker angestellt. So arbeiteten die beiden im selben Unternehmen rund 30 Jahre zusammen.


Florentine Biwald, Sara Fazeli, Elisabeth Radschek, Kiyomi Szabara, Ari Tempfer