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Ausgabe 3/07


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Unsere Gedenkdienst Erfahrung

Die Edition dieser GEDENKDIENST-Zeitung entstand aus einem Nachfolgeprojekt meines Europäischen Freiwilligendienstes im Verein GEDENKDIENST vor einem Jahr, wurde wiederum durch die Europäische Kommission finanziert, und fällt in eine bedeutsame Zeit der Beziehung zwischen dem Verein GEDENKDIENST und EVS.

 

Gegenwärtig gibt es Bestrebungen Gedenkdienst für Frauen zugänglich zu machen und neue Versuche, EVS zentraler in die Organisation des Vereins einzubauen. Diese Zeitung soll ein Teil dieses Versuchs sein.

 

Meine eigenen Erlebnisse bei GEDENKDIENST spiegeln die Erfahrungen vieler anderer wider: In einem anderen Land zu leben, dabei eine neue Sprache lernen und der Versuch sich in diesem neuen Umfeld zurecht zu finden. Die Erfahrung, die ich über EVS bei GEDENKDIENST machen konnte, war eine äußerst positive, durch die ich unschätzbare Sachkenntnisse und eine Menge Freunde gewann.

 

Der Europäische Freiwilligendienst (EVS) arbeitet seit 1996 in verschiedener Art und Weise mit dem Verein GEDENKDIENST zusammen, die volle Kooperation mit dem Verein – also sowohl als Sende- als auch als Aufnahmeorganisation – geht auf das Jahr 2002 zurück. Seit dieser Zeit haben 24 Freiwillige an diesem Projekt an verschiedenen Stellen in Europa teilgenommen, 15 junge ÖsterreicherInnen haben diesen Dienst in Holocaustgedenkstätten und -Institutionen im Ausland versehen, während neun Freiwillige im Büro des Verein GEDENKDIENST in Wien tätig waren.

 

Die Artikel in dieser Edition sollen dem Leser einen ersten Überblick über EVS im Allgemeinen und EVS in Kooperation mit GEDENKDIENST im Besonderen vermitteln. Melanie Jacobs vom Interkulturellen Zentrum in Wien spricht im Interview über die generellen Bedingungen und Hintergründe des Programms sowie über die Bereicherung sowohl für die/den Freiwillige/n als auch für die Aufnahmeorganisation. Diesen Aspekt aufzugreifen und eine tiefgehendere Beschreibung von EVS innerhalb der Organisation des Vereins sowie der Richtung dieses Projets, die GEDENKDIENST in den nächsten Monaten und Jahren einzuschlagen versucht, zu geben, sind Inhalt des anschließenden Artikels von Florian Wenninger.

 

Julia Walder beschreibt ihre Zeit, in der sie am Herinneringscentrum Kamp Westerbork in den Niederlanden als Freiwillige gearbeitet hat, gibt dabei einen Einblick, was eine EVS-Arbeit mit sich bringt und zeigt dabei die Ähnlichkeiten mit der Tätigkeit von jungen Männern, die Gedenkdienst anstatt eines Zivildienstes leisten, auf. Stefanie Lucas, eine weitere ehemalige EVS-Freiwillige in Wien, betrachtet persönlichen Gründe und gesellschaftliche Hintergründe, die dazu führen, dass sich junge Menschen entscheiden EVS zu leisten. An dieses Thema anschließend nützt Lisa Schulz, die neue EVSFreiwillige aus Deutschland, die im GEDENKDIENST-Büro in Wien arbeitet, die Möglichkeit sich selbst ausführlicher vorzustellen und über ihre bisherigen Erfahrungen zu berichten.

 

Alles in allem versucht diese Ausgabe Menschen wieder auf einen integralen Bestandteil von GEDENKDIENST aufmerksam zu machen – auf einen Bestandteil, der leider schon zu oft als „ungeliebte Stieftochter“ des Vereins wahrgenommen wurde. Darüber hinaus soll damit auch ein Wendepunkt, den Stellenwert von EVS (und v. a. von EVS-Leistenden) innerhalb des Vereins betreffend, markiert werden.

 

Wir hoffen, dass diese Zeitungsausgabe bei all jenen, die am Projekt GEDENKDIENST und der Entwicklung, die der Verein nimmt, beteiligt sind, und bei jenen, die daran interessiert sind, sich bei GEDENKDIENST in Zukunft einzubringen bzw. bei denjenigen, die nach mehr Informationen über das EVS-Programm suchen, auf Interesse stoßen wird.

 

 

 

 


Our Gedenkdienst Experience

This edition of the newspaper has been carried out as a follow-on project from my Gedenkdienst last year, again supported by the European Commission, and coming at a significant time in the relationship between EVS and GEDENKDIENST. Currently there are discussions as regards Gedenkdienst for women and the new attempts to place EVS more centrally within the organisation. This newspaper is just one aspect of that.

 

My experience of Gedenkdienst reflects that of many others; in a foreign country, trying to learn a new language and establish a life for myself. The experience was an overwhelmingly positive one, gaining invaluable experience and making great friends.

 

The European Voluntary Service (EVS) has been operating in one form or another since 1996 and GEDENKDIENST has been involved fully, as both a host and sending organisation, since 2002. Since that time twenty-four volunteers have taken part in placements all over Europe, fifteen young Austrian people have gone to Holocaust institutions and memorials abroad whilst nine have worked in the GEDENKDIENST office in Vienna.

 

The articles in this edition are to give a general overview of EVS, and EVS within Gedenkdienst in particular. Melanie Jacobs from the Interkulturelles Zentrum in Vienna talks about the general terms and conditions of the programme and the benefits for both volunteer and organisation, something echoed in Florian’s article, describing in greater depth EVS within the organisation and the direction GEDENKDIENST is planning to take in the coming months and years. Julia Walder describes her time spent working at the Westerbork Memorial Site in the Netherlands, offering an insight into what an EVS placement entails, and highlighting the similarities to the work carried out by the young men completing Gedenkdienst in lieu of National Service. Stefanie Lucas, another former volunteer in Vienna looks at the reasons people decide to do an EVS offering Lisa Shultz, the new EVS volunteer from Germany, an opportune moment to introduce herself in more detail to members and talk about her experiences thus far.

 

All-in-all this issue seeks to reintroduce to people an integral part of GEDENKDIENST’s remit – one that has all too often been perceived as the ‘Little Sister’ project – and represent a threshold in the way EVS (and EVS volunteers) are regarded within the organisation. It is hoped that those people involved with GEDENKDIENST and interested in the direction it is taking, those interested in becoming involved and those looking for more information on the EVS programme will all find these pages of interest.