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Ausgabe 3/08


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Unterwegs mit dem GEDENKDIENST

Das neue GEDENKDIENST-Angebot: erinnerungsorte erschließen


63 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus stehen wir vor einer Zäsur  in der Erinnerungs- und Gedenkarbeit: Der Holocaust verschwindet  langsam aber unaufhaltsam aus dem Erfahrungsgedächtnis. Umso wichtiger ist es, über verschiedene Maßnahmen sicherzustellen, dass nachwachsende Generationen – mittlerweile die vierte – über den Holocaust und den Nationalsozialismus Bescheid wissen und historische mit gegenwärtigen Erfahrungen verknüpfen können.


erinnerungsorte erschließen 
bietet Studienfahrten an


Der Verein GEDENKDIENST hat mit Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich, des Zukunftsfonds und der Stadt Wien das Projekt erinnerungsorte erschließen ins Leben gerufen, um zu verhindern, dass die Erinnerung an den Holocaust in weite, unwiederbringliche Ferne rückt. Dabei handelt es sich um eine wertvolle Erweiterung der schulischen und außerschulischen Holocaust-Education. Das Kernstück des Projekts sieht vor, ein Studienfahrten-Service einzurichten, das jungen Menschen und MultiplikatorInnen aus der Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit Studien- und Lerntage  in verschiedenen west-, mittel- und osteuropäischen  Ländern  ermöglicht. Im Fokus steht der nachhaltige und zukunftsorientierte Umgang mit Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen. Denn Studienfahrten gelten als erinnerungspädagogische Methode, die eine gute Ergänzung zu den üblicherweise verwendeten Ansätzen der Erinnerungs- und Gedenkarbeit bietet. Die Vorteile liegen auf der Hand:

 

  • Das  Lernen  findet  nicht  im  klassisch-schulischen  Kontext  statt  und  schafft damit neue Lernsituationen.
  • Die  Reisen  an  verschiedene  Erinnerungs-  und  Gedenkorte  ermöglichen es, unterschiedliche Gedenk-  und Erinnerungskonzepte  kennenzulernen. Die Mitreisenden können  bewusst  an diesen Erinnerungskulturen teilhaben.
  • Im  Zuge  von  Studienreisen  können verschiedene Lern- und Vermittlungs- konzepte angewendet  und  erprobt werden.

 


Im Unterschied  zu  anderen  Studienfahrten-Angeboten werden die Reisen von den ExpertInnen des Vereins GEDENKDIENST maßgeschneidert, d.h., die Programme werden den Bedürfnissen der Reisegruppen angepasst. „Standardprogramme“,  die  „durchlaufen“ werden, gibt es nicht. Der Verein  GEDENKDIENST arbeitet auch ständig daran, neue Destinationen zu erschließen: So wurde heuer erstmals mit großem Erfolg eine fünftägige Fahrt nach Reggio Emilia auf den Spuren der italienischen „Resistenza“ durchgeführt.


erinnerungsorte erschließen 
entwickelt Vermittlungskonzepte


Die zweite Schiene des Projekts konzentriert sich darauf, das Konzept von Studienfahrten als Vermittlungsmethode zu erforschen, zu adaptieren und zu erweitern. In erster Linie geht es darum, die gegenwärtig angewendeten pädagogischen und didaktischen Konzepte in der Erinnerungs- und Gedenkarbeit zu erheben, sie in vergleichender Perspektive zu analysieren und daraus Konzepte zu gewinnen, welche die Vermittlungsarbeit über Studienfahrten auf den neuesten wissenschaftlichen und praktischen Stand heben. Diese Weiterentwicklungen werden  im Jahr 2010 auf einer internationalen Tagung in Fachkreisen zur Diskussion gestellt.


Die ersten Schritte für die Umsetzung dieses Projekts wurden bereits gesetzt: Im Zuge einer Lehrveranstaltung am  Institut für Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien wurden die Vermittlungskonzepte der wichtigsten österreichischen Gedenkstätten und Erinnerungsorte analysiert. Dieses Kooperationsprojekt wird auch im laufenden Semester weitergeführt.


erinnerungsorte erschließen 
bildet junge Menschen aus


Das dritte Kernstück des Projekts  ist die Ausbildung von Studienfahrten-Guides. Konkret wird  in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachorganisationen ein Pool an MitarbeiterInnen aufgebaut, die fachlich und organisatorisch ausgebildet werden, um künftig Studienreisen begleiten zu können. Der Pool wird 20 Personen umfassen und Menschen aus der Erwachsenenbildung, der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit sowie ehemalige Gedenkdienstleistende einbeziehen. Erste vorbereitende Ausbildungsschritte wurden bereits getätigt, die Ausbildung beginnt  im Frühjahr 2009. Zum Einsatz kommt auch ein spezifisch entwickeltes Wissenssicherungs-Modul.


erinnerungsorte erschließen 
bietet Service


Wenn Sie  für  Ihre Organisation eine auf  Ihre Bedürfnisse abgestimmte Studienfahrt durchführen wollen, wenn Sie sich  dafür  interessieren, in unserem Guide-Pool mitzuarbeiten, kontaktieren Sie bitte Projektleiter Klaus Kienesberger unter der Telefonnummer. 01/5810490 oder per E-Mail.