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Anhaltende Benachteiligung von Frauen bei Gedenkdienst beseitigen

Verein GEDENKDIENST fordert einmal mehr die Öffnung des Freiwilligendienstes an Holocaustgedenkstätten im Ausland für Frauen. Diese ist im Regierungsübereinkommen vorgesehen, bislang geschehen ist aber nichts.

Für junge Männer gibt es seit 1992 die Möglichkeit einen Gedenkdienst an ausländischen Holocaustgedenkstätten zu leisten. Statt eines Zivildienstes im Inland arbeiten die Wehrpflichtigen in Archiven, Museen und Altersheimen in 14 Staaten weltweit, von Europa über Nord- und Südamerika bis Israel.
Dafür erhalten junge Wehrpflichtige eine pauschale Abgeltung durch die Republik, ihre Situation findet außerdem in der Kranken- und Unfallversicherung entsprechende Berücksichtigung.
Ein vom Staat gefördertes, vergleichbares Programm für junge Frauen fehlt bislang. Gedenkdienst-Obmann Wenninger: "Seit Jahren sind knapp zwei Drittel der jungen Menschen die uns kontaktieren um Gedenkdienst zu leisten Frauen. Ihnen müssen wir dann immer sagen 'tut uns leid, ihr könnt so einen Dienst nur machen wenn ihr ihn selbst bezahlt und außerdem die damit verbundenen sozialrechtlichen Verschlechterungen (Sperre der Beihilfen, Verlust der Mitversicherung etc.) zu tragen bereit seid.' Diese Benachteiligung von Frauen widerspreche eklatant dem Gleichheitsgrundsatz, so Wenninger weiter, hier müsse baldigst Abhilfe geschaffen werden.

Trotz eines entsprechenden Übereinkommens im Regierungsprogramm 2008 sind bislang keine Veränderungen hin zum Abbau der Diskriminierung festzustellen.
"Hier wird nicht nur das Setzen wichtiger erinnerungspolitischer Signale Männern vorbehalten. Die Ableistung eines Gedenkdienstes ist auch eng verknüpft mit dem Sammeln wertvoller Erfahrungen, die bei der persönlichen und beruflichen Entwicklung von großem Vorteil sind. Es geht also auch ganz klar um eine Diskriminierung von Frauen weit über den Gedenkdienst hinaus!" so Wenninger.

Der vom Verein GEDENKDIENST 2007 eingerichtete Geschwister-Mezei-Fond hatte zum Ziel, jährlich zumindest ein- bis zwei Frauen die Ableistung eines Gedenkdienstes zu ermöglichen und damit weiterhin den Druck auf die politisch Verantwortlichen aufrecht zu halten, die bestehenden Missstände in diesem Bereich zu beseitigen. Der Fonds, der vor allem durch Mittel von Privaten, Verbänden, Kirchen, Unternehmen  und Parteien gespeist wurde steht mittlerweile vor dem Aus. Wenninger: "In Zeiten der Wirtschaftskrise fahren alle ihre Subventionen radikal zurück, mehrere fix zugesagte Zuwendungen wurden in den letzten Monaten zurückgezogen. Wir suchen intensiv weiter, aber es muss sich endlich auch die Politik bewegen!"

Rückfragen:
Florian Wenninger
Tel.: 0650-91 24 082 

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