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Ausgabe 3/09


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Auschwitz - für Österreich kein Thema?

Verein GEDENKDIENST fordert Intensivierung der zeitgeschichtlichen Bildungsarbeit

 

Am 27. Jänner 1945 wurde Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Der Jahrestag, immerhin seit einigen Jahren Europäischer Gedenktag, ist in Österreich kein Thema.

Wie sonst ist zu erklären, dass von den ca. 1,3 Mio. BesucherInnen, die 2009 die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht haben, laut offizieller Besucher-
statistik gerade einmal 4400 aus Österreich kommen? Damit liegt Österreich auf Platz 24, hinter Kanada, China und Singapur. Ein deutlicheres Zeichen dafür, dass der Ort mit der höchsten Symbolkraft für den nationalsozialistischen Massenmord in der geistigen Landkarte Österreichs fehlt, ist eigentlich nicht denkbar. Ein positiver Schritt in diesem Zusammenhang ist die endlich beschlossene Neugestaltung der Ausstellung
„Österreich – Das erste Opfer des Nationalsozialismus“ in der Gedenkstätte Auschwitz. Am 28. Jänner wird Barbara Prammer das Grobkonzept zur angestrebten
neuen Ausstellung vorstellen. Die Neugestaltung der Ausstellung in Auschwitz ist dringend notwendig und sehr begrüßenswert, doch sollte Auschwitz als Lernort
nicht nur neu aufbereitet, sondern auch aktiv genützt werden.


Anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz fordert der Verein GEDENKDIENST daher eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Ort und den dortigen Geschehnissen zwischen 1939 und 1945. Als Vorbild kann Deutschland gesehen werden: Nicht nur, dass sich Deutschland wesentlich eingehender mit der Gedenkstätte auseinander setzt und in mannigfaltiger Weise zu seiner Erhaltung beiträgt: Deutsche Bildungsträger haben auch schon längst die wertvolle Möglichkeit erkannt, die Auschwitz als Lern- und Begegnungsort für die außerschulische Fortbildung bietet. Im Rahmen mehrtägiger Bildungsmaßnahmen würde erfolgreich mit Jugendlichen unterschiedlichster sozialer und kultureller Herkunft gearbeitet. In Österreich gibt es dafür weder Geld noch Unterstützung für engagierte LehrerInnen.


Der Verein GEDENKDIENST schafft im Rahmen seines Studienfahrtenprogrammes an NS-Gedenkstätten die Möglichkeit für selbstbestimmtes Lernen über den Nationalsozialismus. Seit knapp 20 Jahren organisiert er auf freiwilliger Basis und zum Selbstkostenpreis zeitgeschichtliche Projekte mit Schulklassen, Jugend- und Erwachsenengruppen. Über mangelndes Interesse durch Lehrkräfte und JugendbetreuerInnen kann man sich keineswegs beklagen. Allerdings gibt es weder durch staatliche noch durch private Stellen in auch nur annäherndem Maße ausreichend Förderungen für einschlägige Jugendprojekte. Die Folge ist, dass wir in unsere Arbeit fast nur SchülerInnen der AHS-Oberstufe bzw. der BMHS einbeziehen können. Sämtliche berufstätigen Jugendlichen bleiben von solchen
Maßnahmen ausgeschlossen. Nicht nur Bund und Länder, sondern auch Unternehmen sollten eine ähnliche Bereitschaft zur Unterstützung von Bildungsarbeitzeigen wie in Deutschland: VW fährt seit über zwanzig Jahren jedes Jahr mehrmals mit seinen Lehrlingen für ein bis zwei Wochen nach Auschwitz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer Auseinandersetzung der Ju-Am 27. Jänner 1945 wurde Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Der Jahrestag, immerhin seit einigen Jahren Europäischer Gedenktag, ist in Österreich kein Thema.Wie sonst ist zu erklären, dass von den ca. 1,3 Mio. BesucherInnen, die 2009 die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht haben, laut offizieller Besucherstatistik gerade einmal 4400 aus Österreich kommen? Damit liegt Österreich auf Platz 24, hinter Kanada, China und Singapur. Ein deutlicheres Zeichen dafür, dass der Ort mit der höchsten Symbolkraft für den nationalsozialistischen Massenmord in der geistigen Landkarte Österreichs fehlt, ist eigentlich nicht denkbar.Ein positiver Schritt in diesem Zusammenhang ist die endlich beschlossene Neugestaltung der Ausstellung „Österreich – Das erste Opfer des Nationalsozialismus“ in der Gedenkstätte Auschwitz. Am 28. Jänner wird Barbara Prammer das Grobkonzept zur angestrebten neuen Ausstellung vorstellen. Die Neugestaltung der Ausstellung in Auschwitz ist dringend notwendig und sehr begrüßenswert, doch sollte Auschwitz als Lernort nicht nur neu aufbereitet, sondern auch aktiv genützt werden.Anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz fordert der Verein GEDENKDIENST daher eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Ort und den dortigen Geschehnissen zwischen 1939 und 1945. Als Vorbild kann Deutschland gesehen werden: Nicht nur, dass sich Deutschland wesentlich eingehender mit der Gedenkstätte auseinander setzt und in mannigfaltiger Weise zu seiner Erhaltung beiträgt: Deutsche Bildungsträger haben auch schon längst die wertvolle Möglichkeit erkannt, die Auschwitz als Lern- und Begegnungsort für die außerschulische Fortbildung bietet. Im Rahmen mehrtägiger Bildungsmaßnahmen würde erfolgreich mit Jugendlichen unterschiedlichster sozialer und kultureller Herkunft gearbeitet. In Österreich gibt es dafür weder Geld noch Unterstützung für engagierte LehrerInnen.

 

Der Verein GEDENKDIENST schafft im Rahmen seines Studienfahrtenprogrammes an NS-Gedenkstätten die Möglichkeit für selbstbestimmtes Lernen über den Nationalsozialismus. Seit knapp 20 Jahren organisiert er auf freiwilliger Basis und zum Selbstkostenpreis zeitgeschichtliche Projekte mit Schulklassen, Jugend- und Erwachsenengruppen. Über mangelndes Interesse durch Lehrkräfte und JugendbetreuerInnen kann man sich keineswegs beklagen. Allerdings gibt es weder durch staatliche noch durch private Stellen in auch nur annäherndem Maße ausreichend Förderungen für einschlägige Jugendprojekte. Die Folge ist, dass wir in unsere Arbeit fast nur SchülerInnen der AHS-Oberstufe bzw. der BMHS einbeziehen können. Sämtliche berufstätigen Jugendlichen bleiben von solchen Maßnahmen ausgeschlossen. Nicht nur Bund und Länder, sondern auch Unternehmen sollten eine ähnliche Bereitschaft zur Unterstützung von Bildungsarbeit zeigen wie in Deutschland: VW fährt seit über zwanzig Jahren jedes Jahr mehrmals mit seinen Lehrlingen für ein bis zwei Wochen nach Auschwitz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer Auseinandersetzung der Ju-gendlichen mit Geschichte, aber auch mit rechtsextremen und rassistischen Bewegungen in der Gegenwart.Jugendlichen mit Geschichte, aber auch mit rechtsextremen und rassistischen Bewegungen in der Gegenwart.