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Ausgabe 2/10


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Lueger: wörtlich

Ich werde erst glücklich sein, wenn der letzte Jud‘ aus Wien verschwunden ist.“[1]

 

Na, wir werden halt sehen, welche Bewegung stärker sein wird, die demokratische oder die antisemitische, danach muß man sich einrichten.“ Lueger 1886 bei einer Tischrunde beim „Schwarzen Adler“ aus der Erinnerung von Dr. Ferdinand Kronawetter, Reichsrats- und Landtagsabgeordneter. [2]

 

„Wenn man aber einmal oben ist, kann man ihn nimmer brauchen, denn das ist ein Pöbelsport“ Lueger über den Antisemitismus aus einem Bericht des Journalisten Alexander Spitzmüller.[3]

 

„Nicht wahr, es ist schade um mich?“ Lueger zu einem jüdischen Jugendfreund über seine Wandlung zum Antisemiten.[4]

 

„Antisemitismus ist gleichbedeutend mit dem Kampf gegen das alles überwuchernde, alles erdrückende und alles verderbende Großkapital.“ Lueger im Parlament 1890.[5]

 

„Ja, gewiß, auch Aristokraten und Christen haben gegründet, aber diese werden im Auge eines echten Christen noch viel verächtlicher gehalten als die Juden, sie sündigen gegen ihr Volk, während der Jude, wenn er gegen uns kämpft, sein Volk, seinen Glauben, seinen Stamm verteidigt.“ Lueger im Parlament 1890 in Anspielung an den Börsenkrach 1873.[6]

 

„Wir wehren uns dagegen, daß die Christen unterdrückt werden und daß an die Stelle des alten christlichen Reiches Österreich ein neues Palästina tritt. Unsere Kirche muß sich der unwürdigen Rolle einer Dienerin der judenliberalen Staatsgewalt entledigen … dann wird auch die Befreiung des christlichen Volkes von den schmachvollen Fesseln der Judenknechtschaft eintreten…“ Lueger im Parlament 1890.[7]

 

„In Wien muß der arme Handwerker am Samstag nachmittag betteln gehen, um die Arbeit seiner Hände zu verwerten, betteln muß er beim jüdischen Möbelhändler … Wir wollen auf dem Boden unserer Väter freie Männer sein, und das christliche Volk soll dort herrschen, wo seine Väter geblutet haben.“ Rede von Lueger vor dem Christlichsozialen Arbeiterverein in Wien, laut Protokoll begleitet von tosendem Beifall.[8]

 

„Linz ist ja auch eine ganz verjudete Stadt.“[9]

 

Im November 1907 bezeichnete der bereits schwerkranke Lueger am sechsten allgemeinen Katholikentag die Universitäten als „Brutstätten der Religions- und Vaterlandslosigkeit“ und forderte deren „christlichsoziale Eroberung“ und trat „gegen die Vorherrschaft des jüdischen Cliquenwesens an den Hochschulen“ auf.[10]

 

„Wir unterscheiden uns von den Sozialdemokraten insofern, als wir glauben, daß in den Evangelien soviel soziale Weisheit liegt, daß alle Schriften von Marx, Lassalle und Bebel unnötig sind … Die Sozialdemokratie ist jetzt durch ihre Führer eine Judenschutztruppe geworden, sie wird von den Liberalen zum letzten Kampf gegen die Christlichsozialen verwendet.“[11]

 

 

zusammengestellt von Lukas Meißel

 

 

 

1 Rudolf Spitzer, Des Bürgermeisters Lueger Lumpen und Steuerträger (Wien 1988), S.85.

2 Ebenda, S.86.

3 Ebenda, S.86.

4 Ebenda, S.86.

5 Ebenda, S.90.

6 Ebenda, S.90.

7 Ebenda, S.90.

8 Ebenda, S.90-91.

9 Ebenda, S.92.

10 Ebenda, S.93.

11 Ebenda, S.96.