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Ausgabe 2/10


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Das Buch der Namen

Die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten

 

Herausgegeben von Wilhelm Baum, Peter Gstettner, Hans Haider, Vinzenz Jobst und Peter Pirker Kitab-Verlag, Klagenfurt/Celovec, Wien 2010

 

Rezension

 

 

Erst durch die „Befragung der Schicksale“ wird es möglich der „Erinnerung einen Namen“ zu geben, schreiben die Herausgeber dieses Bandes in ihrer Einleitung. Viele kleinere und größere Forschungsprojekte versuchten in den letzten Jahren genau das: die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten/Koroska zu recherchieren, ihre Geschichten zu erzählen und sie so nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese Geschichten sind so wichtig, weil es „die einzige Form ist, die den Respekt vor dem einzelnen Menschen ausdrückt“ so Peter Gstettner; es ist dies ein Weg Identifikation und Mitgefühl möglich zu machen.

 

Das Buch beinhaltet verschiedene Zusammenstellungen von NS-Opferlisten, manchmal in einer Reihe von Namen, manchmal durch kürzere oder längere Biografien ergänzt. Diese werden jeweils zu verschiedenen Opfergruppen zusammengefasst – Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti, SozialistInnen, KommunistInnen, SlowenInnen, Konservative, Zeugen Jehovas, Kriegsgefangene, ZwangsarbeiterInnen, Euthanasieopfer und regionale NS-Opfer. Die jeweiligen Darstellungen der Opfer werden durch einführende Texte kontextualisiert.

 

Das Buch der Namen ist somit ein informatives und wertvolles Nachschlagewerk und zudem eine guten Basis für jedwede weiteren Recherchen in Kärnten/ Koroska.

 

Leider fehlt dem Buch aber ein wenig der rote Faden, der Leserin wird nicht ganz klar, warum das Buch auf diese Weise zusammengestellt wurde und welche Querverbindungen es zwischen den einzelnen Forschungen gibt. Darüber hinaus fehlen in weiten Teilen Informationen zur wissenschaftlich-methodischen Vorgehensweise der AutorInnen, was für weitere Forschungen hilfreich wäre.

 

Dies aber trübt den Blick nicht darauf, dass die AutorInnen einen beeindruckenden Überblick über die nationalsozialistischen Verbrechen in Kärnten/Koroska aus der Perspektive der Opfer geschaffen haben. Wird das Buch nun auch noch – beispielsweise im Unterricht – genutzt, sind die Herausgeber ihrem Ziel eine „personenbezogene Erinnerungskultur, die im Lauf der Zeit zu einer besseren Erforschung und einem tieferen Verständnis dieser Menschenrechtsverbrechen in Kärnten führt“ ein gutes Stücknäher gekommen.

 

 

Janine Wulz