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Ausgabe 3/10


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Auf Wiedersehen, Sonnenschein!

Eingehende Telefonate im alten Büro am Rabensteig sind meist an sie gegangen, Mittwochstreffen von ihr organisiert und die Kekse sowie Schoko-Rosinen zum Kaffee von ihr gekauft worden: Leider müssen wir uns von Jenny Linde verabschieden, nachdem sie ein Jahr als Freiwillige im Verein GEDENKDIENST gearbeitet hat.

 

Jenny kommt aus Nordhausen in Thüringen. Dort engagiert sie sich schon mehrere Jahre im Verein Jugend für Dora, einem internationalen Jugendverein, der sich mit der Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte des bei Nordhausen liegenden ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora beschäftigt. Nach dem Abitur hat Jenny entschieden ein Jahr im Ausland zu verbringen, um andernorts Umgang und Beschäftigung mit Nationalsozialismus und Holocaust kennen zu lernen. So ist sie im September 2009 nach Wien und zum GEDENKDIENST gekommen – zunächst aber, gleich nach ihrer Ankunft am Westbahnhof, haben wir sie bekannt gemacht mit Wien und ihre Begrüßung im Café Westend begangen.

 

Der Eintritt in die GEDENKDIENSTWelt vollzog sich bald darauf beim Feedback- Seminar, welches jedes Jahr nach Rückkehr der Gedenkdienstleistenden stattfindet. Dort haben wir uns kennen gelernt. Jennys Elan hat uns angesteckt und seit dem Abschlusswochenende entwickelte sich eine intensive Freundschaft, die weit über die Schwelle des Büros am Rabensteig hinausreichte.

 

Mit Engagement und Begeisterung hat Jenny sich im Laufe des Jahres im Verein eingebracht – Abende und Wochenenden für Seminare, Workshops oder Sitzungen zu verwenden, war für sie wie selbstverständlich und das Lächeln, das uns noch zu später Stunde von ihr geschenkt wurde, bereicherte die gemeinsame Arbeit nicht nur menschlich, sondern beförderte sie auch inhaltlich. Besonders der erfahrene pädagogische Blick von einer Außenperspektive, den sie als Mitarbeiterin bei Jugend für Dora erworben hat, hat uns nicht selten zu denken gegeben und gute Impulse zu unserer Arbeit beigesteuert, besonders hinsichtlich der Vorbereitungsseminare für die künftigen Gedenkdienstleistenden.

 

Als zentraler Bestandteil der Vereinsaktivitäten verlässt uns mit ihr ein Bau- und Grundstein der DidaktikWerkstatt, der Vorbereitungsseminare, der Freiwilligenbetreuung, der pädagogischen Arbeit und – nicht zuletzt – des akzentfreien „Feierabend-G‘spritzen“ im Alt Wien.

 

Dir, liebe Jenny, wünsche ich, im Namen des Vereins aber insbesondere im Namen aller, die mit dir zusammenarbeiten durften, alles Gute und viel Erfolg bei Deinem Lehramtsstudium (Griechisch und Latein) in Halle, sowie bei Deiner weiteren Tätigkeit für Mittelbau-Dora.

 

Ich danke Dir für das gemeinsame Jahr. Verlier Dein Lächeln nicht!

 

 

Adalbert Wagner

Obmann GEDENKDIENST

Leistete 2008/2009 Gedenkdienst am

Jüdischen Museum in Vilnius.