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Gedenkdienst für Frauen!

Bürger_innen-Initiative: Gedenkdienst für Frauen!
Republik sieht erinnerungspolitisches Engagement als männliches Privileg

Wien, 08.03.2011 - Der Verein GEDENKDIENST fordert die Republik Österreich im "Europäischen Jahr der Freiwilligkeit" auf, Gedenkdienst auch für Frauen zu ermöglichen und die bestehenden rechtlichen und finanziellen Barrieren aufzuheben. Das Setzen dieser erinnerungspolitischen Zeichen im Ausland wird heute ausschließlich Männern vorbehalten.

Die Freiwilligen arbeiten über den Verein GEDENKDIENST in Museen, Gedenkstätten, pädagogischen Institutionen, Archiven und Betreuungseinrichtungen für Holocaustüberlebende in 14 Staaten weltweit, von Europa über Nord- und Südamerika bis Israel. Zivildienstpflichtigen Männern ist es möglich, Gedenkdienst als Zivilersatzdienst zu leisten. Im Gegensatz zu Frauen erhalten sie eine pauschale Abgeltung durch die Republik, um den Lebensunterhalt abzusichern.

Dass die Republik weibliche Gedenkdienstleistende nicht unterstützt und somit vielen jungen Frauen diese Möglichkeit verwehrt bleibt, habe weitreichende Konsequenzen: "Die Freiwilligen sammeln während ihres Dienstes wertvolle Erfahrungen, die bei der persönlichen und beruflichen Entwicklung von großem Vorteil sind. Die Diskriminierung übersteigt also bei weitem die finanzielle Ungerechtigkeiten", zeigt sich Obmann des Vereins GEDENKDIENST Adalbert Wagner besorgt.

Mit einer Bürger_innen-Initiative fordert der Verein GEDENKDIENST nun die Gesetzgebenden auf, eine langfristige Lösung umzusetzen. Diese Forderung deckt sich weitgehend mit dem Regierungsprogramm (2008-2013). Darin einigte sich die Bundesregierung auf die Ausweitung des Freiwilligen Sozialen Jahres "auf Leistung von Sozial-, Gedenk- und Friedensarbeit im Ausland (nicht Zivildienst) mit dem Ziel der Schaffung eines eigenen gesetzlichen Rahmens." Dieser Punkt im Regierungsübereinkommen fand bisher keine Umsetzung.

Um die finanziellen Barrieren für Frauen zu überwinden, schuf der Verein GEDENKDIENST 2007 den Geschwister-Mezei-Fonds, der durch Mittel von Privaten, Verbänden, Kirchen, Unternehmen und Parteien gespeist wurde. Dadurch sollte jährlich zumindest ein bis zwei Frauen Gedenkdienst zu annähernd gleichen Konditionen wie bei den zivildienstpflichtigen Kollegen ermöglicht werden. "Wir verfolgen hier ein Ziel, das eigentlich Aufgabe der Republik wäre", betont Wagner, "nämlich faire Zugangschancen für Frauen zu schaffen anstatt sie von erinnerungspolitischen Engagement auszuschließen."

 

Die Bürger_innen-Initiative läuft bis Anfang April.

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Rückfragen:

Adalbert Wagner: +43-650-91 24 082

www.gedenkdienst.at