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Ausgabe 1a/11


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Novemberpogrom in Wien

Für die deutschen Juden war der Novemberpogrom die entscheidende Zäsur, die sie davon überzeugte, dass sie in Deutschland ihres Lebens nicht mehr sicher waren. Für die österreichischen Juden hingegen galt dies nur bedingt. In Wien hatte die antijüdische Gewalt schon in den Wochen zuvor eine angstbeladene Stimmung geschaffen. Nach dem Münchener Abkommen, das Ende September 1938 die Machtstellung des Deutschen Reichs international erheblich gestärkt und eine neue Fluchtbewegung aus dem nunmehr deutsch vereinnahmten sogenannten Sudetenland auslöste, hatte sich „der Juden eine große Verzweiflung bemächtigt“. So fasste der Wiener Verleger Oskar Hirschfeld am 5. November die Nachrichten zusammen, die er im Londoner Exil aus seiner Heimatstadt erhalten hatte.1 „Die Juden trauen sich noch immer nicht abends auf die Straße aus Furcht vor Anrempelungen. (…) mit einem Worte, die seelische Stimmung der Wiener Juden ist wieder einmal ganz furchtbar.“2

 

In der ersten Oktoberhälfte hatte der Sicherheitsdienst (SD) in Wien einen neuen Vorstoß unternommen, um die Juden der Stadt zur Auswanderung zu zwingen. Dass nach dem Münchener Abkommen die Chancen für jüdische Flüchtlinge, in den Nachbarstaaten Aufnahme zu finden, drastisch gesunken waren und viele von ihnen im Niemandsland zwischen den Staaten in provisorischen Lagern kampierten, machte eine forcierte Abschiebung aus der Sicht des SD nur umso dringlicher. In einem Schreiben vom 6. Oktober 1938 zur Vorbereitung der Vertreibungsaktion hieß es denn auch, dass Juden, die keine Pässe hätten, ohne Pass über die tschechische Grenze abgeschoben würden. Es dürfe jedoch nicht der Eindruck entstehen, „dass es sich hier um eine Parteiaktion handelt, sondern es sollen spontane Kundgebungen aus dem Volk heraus veranlasst werden. Dabei könne es bei widerstrebenden Juden auch zu Gewaltanwendungen kommen.“3

 

In verschiedenen Wiener Stadtbezirken zwangen in den folgenden Tagen SA-Leute Juden, ihre Wohnungen binnen weniger Stunden zu verlassen und die Schlüssel abzugeben. Diejenigen, die glimpflicher davonkamen, mussten ‚nur’ unterschreiben, dass sie bis zum 1. Dezember ausziehen würden.4

 

Ruth Maier, eine Wiener jüdische Gymnasiastin, notierte die Folgen der Austreibung in ihrem Tagebuch: „Daß wir es ertragen, wundert mich. […] 3 Tage vor der Entbindung geht eine jüd. Frau illegal über die Grenze. Die Familie zerrissen ... die Frau als Köchin in England, der Mann in Belgien illegal, die Mutter noch in Deutschland, der Bruder in Dachau, die Schwester ... Es ist so ungeheuer, dass wir es selbst nicht ermessen können. An Jom Kippur sind SA-Männer im 18., 19., 17. Bezirk in die Wohnungen eingedrungen, haben befohlen, innerhalb 24h mit Kofferl einzupacken, wegzufahren. Man stelle sich die grauenhaften Szenen vor. […] Ein paar Menschen haben den Gashahn aufgedreht.“5

 

Es blieb nicht bei Kündigungsaufforderungen und Drohungen. In den folgenden Wochen waren sowohl Synagogenschändungen als auch gewaltsame Überfälle auf jüdische Passanten an der Tagesordnung. Bewaffnete Plünderer drangen in die Ausspeisungsstellen der Israelitischen Kultusgemeinde ein, zertrümmerten das Inventar und stahlen die Vorräte, oder sie raubten die Geschäfte und Privatwohnungen von Juden aus. Der Pogrom des 9. Und 10. Novembers 1938, der für die deutsche jüdische Bevölkerung zu einem dramatischen Wendepunkt wurde, habe sich, so resümiert Herbert Rosenkranz in seinem Buch, für die Wiener Juden nur in zwei Punkten von den vorhergehenden Gewalttaten unterschieden, und zwar in Bezug auf „den größeren Umfang und die Massenverhaftungen“.6

 

Am 27. Oktober wurden, wie im gesamten Reichsgebiet so auch in Wien, Juden polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet, deren Pässe aufgrund einer Verordnung der polnischen Regierung zum Monatsende ihre Gültigkeit verlieren sollten. Ein versiegelter Sonderzug brachte die oftmals Ahnungslosen an die polnische Grenze. Während in manchen deutschen Städten nur die Männer abgeholt wurden, nahm die Wiener Polizei auch Frauen und Kinder fest, um sie nach Polen abzuschieben. Doch wurden die Deportierten von den polnischen Grenzwachen abgewiesen, an der deutschen Grenze aber auch nicht wieder ins Reichsgebiet zurückgelassen. Viele von ihnen irrten daraufhin tagelang im Niemandsland zwischen beiden Staaten hin und her, bis sie schließlich in hastig hergerichtete Lager eingewiesen wurden. Das größte dieser Lager in Zbąszyń (Neu Bentschen) bestand bis zum Sommer 1939.

 

Die Abschiebung der polnischen Juden war der Anlass für den 17-jährigen Herschel Grynspan, dessen Familie ebenfalls an die polnische Grenze verschleppt worden war, am 7. November 1938 in der Deutschen Botschaft in Paris ein Attentat auf den Legationssekretär Ernst vom Rath zu verüben. Noch am selben Tag erhielten die Redaktionen sämtlicher deutscher Zeitungen die Weisung, „in größter Form“ über den Anschlag zu berichten und dabei die Verantwortung des „Weltjudentums“ für die Tat zu unterstreichen.7 Nach dieser Kampfansage war den meisten Juden im Reichsgebiet klar, dass sie in unmittelbarer Gefahr schwebten, sollte vom Rath seinen Verletzungen erliegen. Noch am 7. November notierte Ruth Maier in ihr Tagebuch: „Es ist wieder gedrückte Stimmung, die Luft dick u. voll Traurigkeit. Die Juden schleichen an den Mauern wie gehetzte Tiere. Jetzt ist es tot. Niemand, kein Jude geht außer Haus. Wir haben alle Angst, sie werden uns schlagen, weil ein poln. Jude einen Deutschen töten wollte.“

 

Am Abend des 9. November – vom Rath war nachmittags gestorben – kam das Signal zum Losschlagen aus München. Dort hatten sich, wie zum Jahrestag des 1923 gescheiterten Hitler-Putschs üblich, führende NSDAP-Männer im Alten Rathaus versammelt. Goebbels forderte die anwesenden Gauleiter und SA-Führer auf, dafür zu sorgen, dass Grynszpans Attentat nicht ungesühnt bleibe, und diese gaben die Aufforderung telefonisch an ihre Gauleitungen und Gaupropagandaleitungen weiter. Kurz vor Mitternacht telegrafierte der Chef des Geheimen Staatspolizeiamts Heinrich Müller an alle Staatspolizeistellen und -leitstellen, dass „in kürzester Frist“ im ganzen Land Aktionen gegen die jüdische Bevölkerung beginnen würden, die nicht zu stören, Plünderungen jedoch zu unterbinden seien. Gegen Juden, die im Besitz von Waffen angetroffen würden, seien „die schärfsten Maßnahmen“ zu ergreifen. Die Festnahme von 20.000 bis 30.000 – insbesondere wohlhabenden – Juden im ganzen Reich sei vorzubereiten.8

 

Im gesamten Reichsgebiet wurden in dieser Nacht etwa 1.400 Synagogen zerstört. In Wien geschah dies mit besonderer Gründlichkeit: Etliche Gotteshäuser wurden gesprengt, darunter der türkische Tempel in der Zirkusgasse im 2. Bezirk, nach Ansicht Oskar Hirschfelds „einer der ältesten, sicherlich aber einer der schönsten Tempel der Spaniolen in der ganzen Welt“.9 Wenn nicht mittels Sprengstoff, dann wurden die Wiener Synagogen und Bethäuser in der Regel durch Brandstiftung unbenutzbar gemacht. Lediglich der Tempel in der Seitenstettengasse wurde ‚nur’ verwüstet und ausgeräumt. Die Täter gehörten der SA, der allgemeinen SS oder der berüchtigten SS-Verfügungstruppe an; ihnen war jedoch verboten worden, Uniformen zu tragen,10 da der Pogrom als Ausbruch spontanen Volkszorns erscheinen sollte.

 

In Wien sollen in jener Nacht 27 Juden ermordet, zwischen 6.547 und 7800 festgenommen und 88 schwer verletzt worden sein. Die Zahl derer, die sich am 10. November oder unmittelbar darauf das Leben nahmen, wird in der Literatur mit 680 angegeben. Die Zahlen differieren je nach Quelle und sind heute nicht mehr eindeutig feststellbar.11 Auch die Angaben über die Verhafteten, die in den folgenden Tagen ins Konzentrationslager Dachau verschleppt wurden, schwanken zwischen 3.500 und 4.800. 1.852 – nach anderen Angaben 1.865 – festgenommene Juden wurden noch eine Weile in Wiener Gefängnissen festgehalten, um ihre Angaben bei den Verhören zu überprüfen oder weil sie eine sofortige Auswanderungsmöglichkeit nachweisen konnten; 982 überwiegend ältere und als haftunfähig angesehene Personen, konnten nach den Verhören nach Hause zurückkehren – sofern sie nicht in einer der 1.950 Wohnungen lebten, die zerstört und ausgeräumt worden waren.

 

Die Behandlung der Verhafteten offenbarte, dass die Verfolger mit Sadismus ans Werk gingen. So wurden 4.000 bis 5.000 Personen eng gedrängt und ohne Nahrung für 36 Stunden im Stall der Polizeikaserne festgehalten und vom Wachpersonal zu schikanösen ‚militärischen’ Übungen gezwungen.12 An anderen Haftorten, wie etwa im Kommissariat, das in einer Schule in der Karajangasse eingerichtet worden war, bewarf eine „wütende Volksmenge“ die Verhafteten mit Steinen, bevor SA und SS sie mit Fausthieben und Knüppeln traktierten.13

 

„Ein auffälliges Novum“, so der Historiker Doron Rabinovici, „war die Verhaftung und Mißhandlung von Frauen in großer Zahl. In der Brigittenau wurden 200 Frauen gezwungen, in einem Keller nackt zu tanzen. Eine Jüdin, die sich weigerte, wurde auf einen Tisch gebunden; ihre Leidensgenossinnen mussten ihr ins Gesicht spucken.“14

 

Denjenigen, die in ihren Wohnungen überfallen wurden, erging es kaum besser. Als ein Beispiel von vielen seien hier die Erfahrungen einer 40 jährigen Wienerin skizziert, die am 10. November gemeinsam mit ihrem neunjährigen Sohn beim Frühstück von vier Männern attackiert wurde. Der Ehemann war schon Monate zuvor nach Dachau verschleppt worden. Die Angreifer stürmten in die Wohnung, sperrten Mutter und Sohn ins Bad und zerschlugen die gesamte Wohnungseinrichtung. Anschließend spritzten sie den Jungen mit kaltem Wasser ab und zwangen ihn, Seife zu essen; die Mutter wurde durch sämtliche Räume gejagt und ihr Gesicht mit Schmutz verschmiert. Man nahm ihr den Wohnungsschlüssel ab, versiegelte die Wohnung und jagte Mutter und Sohn ohne Mäntel, das Kind in nassen Kleidern, bei Novembertemperaturen auf die Straße. 15

 

Die genaue Zahl der Hausdurchsuchungen ist nicht bekannt; Schätzungen zufolge waren jedoch etwa 70 Prozent der Wiener Juden von derartigen Überfällen betroffen. In vielen Wohnungen wurden den Inhabern alle Besitztümer gestohlen, Schmuck, Geld, selbst in geringfügigen Beträgen, Wäsche und häufig auch noch die Eheringe.16 Ebenso wie die Wohnungen von Juden wurden auch deren Geschäfte überfallen, demoliert und geplündert. Daran beteiligten sich auch Hitlerjungen im Alter von 13 bis 16 Jahren, bisweilen mit Eisenstangen bewaffnet.17

 

Da in der Pogromnacht und den Tagen danach alle möglichen öffentlichen Gebäude als Gefängnisersatz dienten, hatten es die Angehörigen schwer, überhaupt herauszufinden, wohin die Verhafteten verschleppt worden waren. Die Schauspielerin Franziska Schubert, alias Margarete Neff, schilderte die Ängste, die viele Wiener Jüdinnen oder mit Juden verheiratete Christinnen im November 1938 durchlebten im Bemühen um Auskunft über den Verbleib ihrer Männer: „Sie liefen die Strassen auf und ab und standen stundenlang vor irgendeinem Kloster, einer Schule oder einem Stall und warteten, bis man sie wieder auseinandertrieb. Und blind vor Tränen rannten sie weiter zu dem nächsten, für sie verschlossenen Tor. – Und nach sieben Ewigkeiten kam eine Karte und mit versteckten Zügen darauf hingekritzelt: ‚Ich befinde mich in der Klosterschule in der Kenyongasse 2, es geht mir gut.’ Dann hieß es plötzlich: Heute Nacht kommen alle nach Hause – und viele kamen, viele kamen nicht. Dann wieder: Er ist am 17. November entlassen worden, ist er denn nicht daheim? – Wir werden forschen. – Es tut uns wirklich leid, er ist spurlos verschwunden. – – Man wusste, was das zu bedeuten hatte.“18

 

Etliche Einrichtungen der Israelitischen Kultusgemeinde waren in der Pogromnacht verwüstet und unbrauchbar gemacht oder aber von der SA besetzt worden. Zu einem Zeitpunkt als die Wiener jüdische Bevölkerung die Institutionen der Kultusgemeinde besonders dringend brauchte, waren diese weitgehend funktionsunfähig. Dies betraf vor allem die Ausspeisungsstellen, die die aus ihren Wohnungen verjagten und ausgeraubten Wiener Juden zumindest vorübergehend hätten versorgen können. Die meisten dieser Wohlfahrtskantinen waren demoliert und die Essensvorräte beschlagnahmt oder unbrauchbar gemacht worden.19 Am Eingang des Amtsgebäudes der Kultusgemeinde wurden zudem SS-Männer postiert, die die Kultusgemeinde bezahlen musste und die sowohl die Besucher als auch die Angestellten der Gemeinde misshandelten.20 Die Notlage verschlimmerte sich noch, als der Kultusgemeinde eine Woche nach dem Pogrom eröffnet wurde, dass sie binnen weniger Tage die Juden aus anderen Orten Österreichs, darunter etwa 200 bis 300 jüdische Einwohner von Linz unterzubringen habe. In Absprache mit Gauleiter Globocnik verpflichtete Adolf Eichmann, Leiter der Zentralstelle für jüdische Auswanderung, die Wiener Juden bei Strafandrohung, den Zuzug aus der Provinz in ihren Wohnungen aufzunehmen, obwohl etliche Wohnungen bereits doppelt und dreifach belegt waren von Personen aus Wien, die durch den Pogrom obdachlos geworden waren.21

 

Am 12. November fand unter Leitung Görings im Reichsluftfahrtministerium eine Besprechung über die künftige antijüdische Politik statt, an der mehr als hundert Minister, Staatssekretäre und leitende Beamte teilnahmen, darunter Adolf Eichmann. Bei dieser Sitzung wurde unter anderem festgelegt, dass die Juden für die Pogromschäden selbst aufzukommen hatten, dass eventuelle Versicherungsansprüche vom Reich beschlagnahmt würden und dass die Juden eine „Buße“ in Höhe von einer Milliarde Reichsmark zu zahlen hätten. Zudem kündigte Göring bei der Sitzung die forcierte „Arisierung“ jüdischen Eigentums an. Außenpolitische Rücksichten spielten keine Rolle mehr, bis Jahresende sollten die Juden aus den ihnen noch verbliebenen wirtschaftlichen Positionen verdrängt und ihnen jede gewerbliche Tätigkeit untersagt werden. Der österreichische Wirtschaftsminister Fischböck prahlte damit, wie hervorragend es in Wien in den vorangegangenen Monaten bereits gelungen sei, „Arisierung“, Stilllegung von Betrieben in jüdischem Eigentum sowie Zwangsauswanderung miteinander zu verknüpfen. Göring zeigte sich begeistert und verfügte die Übernahme der Wiener Methoden für das gesamte Reichsgebiet.22 Doron Rabinovici kam in seiner Darstellung des Novemberpogroms dann auch zu folgendem Resümee: „Während im März 1938 der ‚Anschluß’ Österreichs an das Deutsche Reich erfolgte, wurde mit dem Novemberpogrom 1938 der Anschluß des ‚Altreichs’ an die ‚ostmärkische Judenpolitik’ vollzogen.“23

 

 

Susanne Heim

Die Autorin ist Mitherausgeberin und Projektkoordinatorin der Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945“. Sie hat den 2. Band der Edition über die Judenverfolgung im Deutschen Reich 1938/39 bearbeitet.

 

1 Bericht von Oskar Hirschfeld vom 5.11.1938, abgedruckt in: Novemberpogrom 1938. Die Augenzeugenberichte der Wiener Library, London, hrsg. von Ben Barkow, Raphael Gross, Michael Lenarz, Frankfurt a.M. 2008, S. 730 f.

2 Ebd.

3 Schreiben der SD-Außenstelle Wien 4 an den SDUnterabschnitt Wien betreffend Aktion zur Verstärkten Auswanderung von Juden, 6.10. 1938, abgedruckt in: Widerstand und Verfolgung in Wien 1934-1945, Band 3, hrsg. vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 1984, S. 270; siehe auch Herbert Rosenkranz, Verfolgung und Selbstbehauptung. Die Juden in Österreich 1938-1945, Wien 1978, S. 157.

4 Rosenkranz, S. 157.

5 Ruth Maier, „Das Leben könnte gut sein“, Tagebücher 1933-1945, hrsg. von Jan-Erik Vold, München 2008; zit. nach: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 2: Deutsches Reich 1938 – August 1939 (im folgenden VEZ 2), bearbeitet von Susanne Heim, München 2009, Dok. 104.

6 Rosenkranz, S. 158.

7 Zit. nach Wolfgang Benz, Der Rückfall in die Barbarei. Bericht über den Pogrom, in: Pehle (Hrsg.), Judenpogrom 1938, S. 13-51, hier: S. 15.

8 Fernschreiben (geheim) des Gestapa (Nr. 234 404 9.11. 23:55h), gez. Gestapa II Mueller, Berlin, an alle Stapo- und Stapo-Leitstellen vom 9.11.1938; abgedruckt in: VEJ 2/125.

9 Bericht Hirschfelds nach dem 12.11.1938, abgedruckt in: Novemberpogrom 1938, S. 781.

10 Erfahrungsbericht des Führers des SD-Unterabschnittes Wien, Trittner, über die Judenaktion vom 9. bis 11. November 1938, 18.11.1938, abgedruckt in: Widerstand und Verfolgung, S. 281 f; siehe auch den Bericht des Wiener Gauleiters Odilo Globocnik, abgedruckt in: Hans Safrian, Hans Witek, Und keiner war dabei. Dokumente des allgtäglichen Antisemitismus in Wien, Wien 2008, S. 297-300.

11 Zahlenangaben zu den Opfern des Pogroms finden sich bei Erika Weinzierl, Zu wenig Gerechte. Österreicher und Judenverfolgung 1938-1945, Graz 1997, S. 65; Doron Rabinovici, Instanzen der Ohnmacht. Wien 1938-1945. Der Weg zum Judenrat, Frankfurt a. M. 2000, S. 126; Thomas Albricht/Michael Guggenberger: „Nur selten steht einer dieser Novemberverbrecher vor Gericht“. Die strafrechtliche Verfolgung der Täter der so genannten „Reichskristallnacht“ in Österreich, in: Thomas Albrich/Winfried R. Garscha/Martin F. Polaschek (Hrsg.), Holocaust und Kriegsverbrechen von Gericht. Der Fall Österreich, Innstbruck/Wien/Bozen 2006, S.27-56; Gerhard Botz, Nationalsozialismus in Wien: Machtübernahme, Herrschaftssicherung, Radikalisierung 1938/39, Wien 2008, S 521-523.

12 Bericht Oskar Hirschfelds nach dem 12.11.1938, S. 783.

13 Novemberpogrom 1938, S. 785.

14 Rabinovici, S. 126; siehe auch Rosenkranz, S. 159.

15 Bericht von Robert Steiner, 10.11.1938, abgedruckt in: Novemberpogrom 1938, S. 751-753, hier: S. 753.

16 Bericht von Alfred Schechter nach dem 10.11.1938, abgedruckt in: Novemberpogrom 1938, S. 772.

17 Bericht von Robert Steiner, 10.11.1938, abgedruckt in: Novemberpogrom 1938, S, 751; siehe auch Weinzierl, S. 65.

18 Franziska Schubert, Mein Leben in Deutschland vor und nach dem 30. Januar 1933 (1940), S. 73-83, Harvard-Preisausschreiben Nr. 205; zitiert nach: VEJ 2, S. 701-710, hier S. 702.

19 Schreiben des Amtsvorstands der Israelitischen Kultusgemeinde, Engel, Wien, an die Zentralstelle für jüdische Auswanderung, Wien, vom 11.11.1938, abgedruckt in: VEJ 2, S. 393-396.

20 Rosenkranz, S. 163.

21 Rosenkranz, S. 163. Rabinovici, S. 132.

22 Siehe das Protokoll der Sitzung in: VEJ 2/146, insbesondere S. 426 f.

23 Rabinovici, S. 124.