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Ausagbe 3/12


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Besetzungswechsel im ,epischen Theater' GEDENKDIENST

Man ist versucht, mit einer verklärtnostalgischen Beschreibung des alten GEDENKDIENST-Büros am Rabensteig zu beginnen, um Einblick in das zu erlangen, was sich seit dem Frühjahr 2010 verändert hat. Als müsste man ohnehin froh sein, dass es uns noch gibt (besonders im Rückblick auf die vergangenen Jahre), hat insbesondere die Geschäftsführung des Vereins großen Anteil nicht nur an der weiteren Existenz, sondern auch besonders an der Weiterentwicklung von GEDENKDIENST. Die Faustregel, frei nach Bertolt Brecht, könnte lauten: die Geschäftsführung sollte nicht danach streben, die Gewohnheiten des Vereins zu befriedigen, sondern besonders danach, sie zu verändern.

 

In der Ausgabe 3/2010 wurde der Leser_innenschaft der Zeitung GEDENKDIENST eine junge Frau als „bestimmte Oberösterreicherin“ und „Politologin in spe“ vorgestellt. Magdalena Neumüller arbeitete seit dem Frühjahr 2010 als Geschäftsführerin des Vereins. Doch zweieinhalb Jahre später, etwa 30 Vorstandssitzungen, an die 25 Studienfahrten, über 12.000 versendete Exemplare der Zeitung GEDENKDIENST, unzählige Stunden am Telefon – Journalist_innen, Politiker_innen und Ministerialbeamte lagen ihr charmiert und rundum informiert zu Füßen –, drei Tagungen, fast drei Jahrgänge Gedenkdienstleitende mitsamt Vorbereitungsseminaren, einen Büro-Umzug und ein abgeschlossenes Politikwissenschaftsstudium später, müssen wir uns von Magdalena verabschieden: sie wechselt nach Brüssel zum Österreichischen Gewerkschaftsbund und legt als verdiente GEDENKDIENST-Veteranin ihre Arbeit in Wien nieder. Doch im Rückblick zu verweilen ist für gewöhnlich nicht Magdalenas Art. Ich möchte es trotzdem kurz versuchen.

Die gemeinsam gegangenen Wege waren oft keine einfachen, denn die Arbeit glich nicht selten einer Straße mit Schlaglöchern. Aber ein Bremsen gab es mit Magdalena nicht. Im Gegenteil: stets hat sie auf schwierigen Strecken souverän vorausgedacht und ist uns nicht selten vorausgegangen; zielstrebig, genau und mit einem Lächeln, nicht nur im Gesicht, sondern auch in ihrem Handeln.
Dafür, liebe Magdalena, sind wir dir sehr dankbar! So hoffen wir, dass du auch zukünftig die Teams, in denen du arbeitest, mit deinem ‚rasanten Fahrstil‘ bereicherst, dass du deine Loyalität und Hilfsbereitschaft, wie du sie dem GEDENKDIENST entgegengebracht hast, spüren lässt und dass dich auch andere Menschen als Freundin kennen lernen dürfen, wie ich es durfte.

 

Wir sind froh, dass wir die Türe nicht schließen müssen, denn es wird nicht kalt: Der GEDENKDIENST kann sich glücklich schätzen, dass Isabella Riedl sich bereit erklärt hat, die Geschäftsführung zu übernehmen. Isabella wollte Gedenkdienst leisten und tat dies – contra legem – gefördert durch den Geschwister-Mezei-Fonds 2010/11 an der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz. Seit ihrer Rückkehr brachte sich Isabella in den Reihen des Vorstands besonders im Bereich historisch- politischer Bildungsprojekte ein. Binnen kürzester Zeit beeindruckte sie durch ihre wissenschaftlich und pädagogisch fundierte Herangehensweise und durch die hohe Qualität ihrer Arbeit. Sie wird neben ihrem Lehramtsstudium (Geschichte und Latein) die Zügel im Verein in die Hand nehmen und sich dem ‚epischen Theater‘ der GEDENKDIENST-Arbeit annehmen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

 

Adalbert Wagner

Obmann Verein GEDENKDIENST