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Ausgabe 1/13


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Post aus... Fürstenberg an der Havel

Fürstenberg an der Havel,

Februar 2013

 

Etwa ein halbes Jahr ist es her, als ich die ersten Schritte durch Fürstenberg an der Havel machte und den Weg zur Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück suchte – zu einem Ort, an dem zwischen 1939 und 1945 circa 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche inhaftiert waren und Zehntausende ermordet wurden. Ganz alleine war ich unterwegs, da der Verein GEDENKDIENST diese Stelle erst seit letztem Jahr beschickt und ich somit hier der erste Gedenkdienstleistende bin. Und so wenig ich die Strecke kannte, so wusste ich auch nicht, wer mich in Ravensbrück erwarten würde. Mir wurde nur erzählt, dass es mir mit Matthias Heyl und seinem pädagogischen Team sicherlich gefallen würde und genau so kam es, vom ersten Tag an.

 

Meine Arbeit besteht momentan darin, den E-Mail-Verkehr der Pädagogischen Dienste mit zu betreuen, Workshops vorzubereiten, verschiedene Themen zu recherchieren und im Allgemeinen die Abteilung zu unterstützen. Manchmal sieht diese Unterstützung leider so aus, dass ich Listen führe, Feedbackbögen transkribiere, oder Kopierarbeiten erledige. Aber selbst diese Arbeit geht leicht von der Hand, weil die Stimmung hier sehr gut ist.

 

Es gab auch schon einige Höhepunkte, wie etwa die Europäische Sommer-Universität Ravensbrück 2012 oder eine Benefizveranstaltung, die ich in der Österreichischen Botschaft in Berlin organisierte. Das Folgende gefiel mir ganz besonders: Ende Jänner nahm ich an einer Jugendbegegnung des deutschen Bundestags in Kiew teil, bei der Jugendliche aus der ganzen Welt zusammentrafen, die sich in der Erinnerungsarbeit engagieren. Wir beschäftigten uns mit der Geschichts- und Erinnerungspolitik der Ukraine und den Verbrechen der Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, die auf dem Gebiet der heutigen Ukraine stattgefunden haben, schauten uns das Nationale Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges an, hatten mehrere Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und besuchten den Gedenkort Babyn Jar – eine Schlucht, die der Schauplatz der größten einzelnen Mordaktion im Zweiten Weltkrieg war.

 

Hier in Ravensbrück läuft es also sehr gut. Ich würde mir wünschen, dass es solche Jugendbegegnungen auch von österreichischer Seite gäbe!

 

 

Florian Jordan

Leistet derzeit Gedenkdienst in der pädagogischen Abteilung an der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.